Bildkomposition zeigt eine Parkanlage mit Bäumen, breiten Gehwegen, Wohnhäusern und Menschen die spazieren.
Die geplante Gartenstadt in Leinefeldes Süden, das Herz der Landesgartenschau, in der beispielhaft gestaltete Vor- und Hausgärten sowie öffentliche Plätze in einem Eigenheimgebiet präsentiert werden. Bildrechte: Natalie Hünger (Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis)/MDR

Gastgeber steht endlich fest Leinefelde-Worbis veranstaltet Landesgartenschau 2024

Leinefelde-Worbis wird die 5. Thüringer Landesgartenschau im Jahr 2024 ausrichten. Die Gemeinde im Eichsfeld hat sich mit ihrem Konzept unter dem Motto "Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ gegen drei Mitbewerber durchgesetzt.

Bildkomposition zeigt eine Parkanlage mit Bäumen, breiten Gehwegen, Wohnhäusern und Menschen die spazieren.
Die geplante Gartenstadt in Leinefeldes Süden, das Herz der Landesgartenschau, in der beispielhaft gestaltete Vor- und Hausgärten sowie öffentliche Plätze in einem Eigenheimgebiet präsentiert werden. Bildrechte: Natalie Hünger (Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis)/MDR

Die 5. Thüringer Landesgartenschau im Jahr 2024 wird in Leinefelde-Worbis stattfinden. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Die Gemeinde im Eichsfeld hat sich mit ihrem Konzept gegen drei starke Konkurrenten durchgesetzt. "Alle vier Bewerber haben schlüssige und interessante Konzepte vorgelegt," so Landwirtschaftsministerin Birgit Keller. Leinefelde-Worbis konnte sich letztlich mit der höchsten Bewertung durchsetzen. Für Investitionen im Kernbereich der Landesgartenschau stellt die Landesregierung bis zu 5,2 Mio. Euro Fördermittel bereit.

Eine Gruppe von Personen schreitet einen Weg entlang, im Hintergrund ein Neubaublock.
Rundgang der Jury durch die Leinefelder Südstadt am 16. Mai 2017 Bildrechte: Natalie Hünger (Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis)/MDR

Die Bewertungskommission hatte einen umfassenden Kriterienkatalog erstellt und verschaffte sich vor Ort einen Eindruck von den Konzepten. Zu den Auswahlkriterien gehörten das städtebauliche und touristische Potenzial, die Verfügbarkeit von Flächen- und Gebäuden sowie die Verkehrsanbindung, eine sichergestellte Finanzierung und die Akzeptanz der Pläne bei möglichen Kooperationspartnern zur Umsetzung der Landesgartenschau. Vor allem bei städtebaulichen und strukturellen Aspekten sowie der innovativen und nachhaltigen Gestaltung von neuen Lebensräumen und Grünzonen konnte Leinefelde-Worbis punkten.

Leinefeld-Worbis tritt mit einem mutigen Konzept an und die Umsetzung verspricht sehens- und erlebenswerte Ergebnisse.

Ministerpräsident Bodo Ramelow

Gartenschauen - ob auf Bundes- oder Landesebene - sollen Regionen helfen, sich über den Veranstaltungszeitraum hinaus attraktiv zu machen - für Einheimische und Touristen, Arbeitgeber und Ansiedlungswillige. Die weiteren Bewerber um die 5. Thüringer Landesgartenschau waren Mühlhausen, Altenburg sowie die Städteverbund Saalfeld-Rudolstadt-Bad-Blankenburg.

Für Mühlhausen habe die Landesregierung weitere Pläne, sagte der Ministerpräsident MDR THÜRINGEN. Er wolle sie aber ausdrücklich nicht als Kompensation für die Landesgartenschauvergabe an Leinefelde Worbis verstanden wissen. Stattdessen gehe es um die Chance, die ganze Region gemeinsam zu entwickeln. Unter anderem deshalb, weil Mühlhausen durch den Verlust des Bundeswehrstandortes Görmar Kaserne einen Ausgleich brauche. Zusammengefasst seien diese Pläne unter dem Titel: Die Region blüht auf. Dazu gehöre auch die Entwicklung eines Rad- und Wanderweges entlang des Mühlhäuser Landgrabens, der die Region jahrhundertelang politisch geteilt habe. Geplant sei außerdem der Ausbau der Warten, z.B. der Lengenfelder Warte, als touristisches Ziel. Das alles solle als touristisches Paket geschnürt werden, damit die Gäste länger bleiben.

Die Bewerber wurden von der Landesgartenschau-Jury vor fast genau einem Jahr vor Ort auf Herz und Nieren geprüft. Eine 16-köpfige Kommission sollte der Landesregierung Empfehlungen geben, wer die nächste Landesgartenschau in Thüringen ausrichten sollte.

Das Rathaus Rentamt der Stadt Leinefelde-Worbis.
Das Rathaus von Leinefelde-Worbis. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leinefeld-Worbis´ Bürgermeister Marko Grosa war am Dienstag persönlich in Erfurt, um die Entscheidung zu hören. Gut ein Jahr hat es gedauert, bis die Landesregierung entschieden hat, wer die 5. Landesgartenschau in Thüringen ausrichtet. Aber nun ist die Freude groß im Landkreis Eichsfeld, dass sich die Stadt Leinefelde-Worbis im Jahr 2024 einem großen Publikum präsentieren darf.

Mit der Bewerbung um die Landesgartenschau 2024 stellt sich die Stadt Leinefelde-Worbis einer großen Herausforderung.

Wir setzen uns damit selbst unter Druck, das Begonnene nun fortzusetzen.

Bürgermeister Marko Grosa

Grosa ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur die Gartenschau um ihrer selbst willen ausrichtet, sondern alles dafür Geschaffene auch Sinn für die Kommune macht, nachhaltig für die Bürger ist.

Die Pläne greifen die schon bestehende Grüne Achse auf, die von Nord nach Süd durch Leinefelde verläuft, setzen sie fort, bauen sie aus. So sollen in den Plattenbauquartieren der Leinefelder Südstadt verschiedene Themengärten entstehen. Am südlichen Stadtrand Leinefeldes stellen sich die Planer die neue Gartenstadt vor - gleichzeitig Hauptausstellungsgelände der Gartenschau.

Hier stehen dann im Jahr 2024 zur Landesgartenschau Musterhäuser, laden Straßen und Wege zum Flanieren ein. Bestaunt werden können verschiedenste Vor- und Hausgärten. Komplettiert wird dieser Ausstellungsbereich mit dem notwendigen Veranstaltungsgelände samt Bühne und Blumenhalle - obligatorisch bei jeder Gartenschau. Gleich nach der Gartenschau soll die Gartenstadt als Eigenheimgebiet dienen - die schon erschlossenen Flächen werden mit weiteren Eigenheimen bebaut, die schon fertigen Musterhäuser an Interessenten veräußert.

Bildkomposition zeigt eine blühende Parklandschaft mit Bäumen, einem Fluß, Vögel am Himmel und Menschen die spazieren oder auf der Wiese sitzen.
Geplant ist, dass die renaturierte Ohne-Aue zum Naturerlebnis für die Bürger werden soll. Bildrechte: Natalie Hünger (Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis)/MDR

Weiter im Süden präsentiert sich der Flusslauf der Ohne. Der Fluss wird renaturiert, lädt mit naturnahen Bepflanzungen, Feuchtbiotopen und Streuobstwiesen zum Spazierengehen ein. Erste Ideen sind zu Papier gebracht und mit einer Machbarkeitsstudie sowie einem Finanzplan untersetzt. Es wird mit Investitionen in Höhe von knapp 18 Millionen Euro gerechnet, bei einer Förderquote von durchschnittlich 60 Prozent. Gegenüber MDR THÜRINGEN hieß es aus dem Rathaus, jetzt müssten die konkreten Planungen beginnen. Eine Arbeitsgruppe "Landesgartenschau“ ist innerhalb der Stadtverwaltung schon in der Bewerbungsphase gebildet worden und blieb im Laufe des vergangenen Jahres auch nicht untätig.  Bereits nächste Woche trifft sie sich zur Klausurtagung, um die ersten wichtigen Entscheidungen nach dem Zuschlag für die Landesgartenschau 2024 zu fällen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Mai 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 19:46 Uhr

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1 Kommentar

15.05.2018 15:45 Dorfbewohner 1

Zitat aus Nachricht:

”...Die Bewertungskommission hatte einen umfassenden Kriterienkatalog erstellt und verschaffte sich vor Ort einen Eindruck von den Konzepten. Zu den Auswahlkriterien gehörten...die Verkehrsanbindung…”

Wer im Prinzip noch den gleichen Straßenverlauf(MHL), ohne jegliche Umgehung, keinerlei neuer Trassenführung, eine Hauptzufahrt aus Nord/Ost(Richtung Bickenriede/Eichsfeld) fast einem Feldweg gleich, die einzige vernünftige Trassenführung durch die Stadt von Honecker spendiert, quasi ein Straßensystem noch aus tiefsten DDR-Zeiten besitzt hat natürlich bei diesem Auswahlkriterium keine Chance!

Liebe Mühlhäuser, hättet eben kontinuierlich auch so wählen sollen wie die Wähler aus eurem Mitbewerbergebiet Leinefelde-Worbis. Bei denen hat es bezüglich Straßen mit Vogel und Althaus geklappt und bei Ramelow geht es flott so weiter, selber schuld…

Trotzdem bitte nicht traurig sein, dafür plant euer Bürgerchef eine Elektrifizierung des Schienennetzes...

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