Eichsfeld Gerbershausen: Mitarbeiter protestieren gegen Schließung des Norma-Werks

Rund 450 Mitarbeiter des Automobilzulieferers Norma haben gegen die geplante Werksschließung in Gerbershausen protestiert. Unterstützt wurden sie dabei von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Rund 450 Mitarbeiter des Automobilzulieferers Norma haben am Donnerstag gegen die geplante Werksschließung in Gerbershausen protestiert. Sie schlossen sich einem Warnstreik und einer Kundgebung in Heiligenstadt an. Mit dabei waren auch mehr als 200 Mitarbeiter des Hauptsitzes der Norma Group im hessischen Maintal. Gemeinsam forderten die Arbeitnehmer aus Hessen und Thüringen den Erhalt des Standortes im Eichsfeld.

Die Norma Group will bis 2022 die Nordthüringer Arbeitsplätze aus Kostengründen nach Tschechien verlagern. Zudem will der Automobilzulieferer am Hauptsitz im hessischen Maintal etwa 160 Stellen in der Produktion streichen.

Ministerpräsident Ramelow fordert Standortgarantien

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat die Arbeitnehmer-Proteste gegen die Schließung des Werks unterstützt. "Haltet zusammen, kämpft", sagte Ramelow bei einer Kundgebung am Donnerstag. Der Strukturwandel in der Automobilindustrie dürfe nicht gegen, sondern müsse mit den Beschäftigten organisiert werden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow während einer Rede in Gerbershausen
Ministerpräsident Ramelow bei einer Kundgebung am Donnerstag in Gerbershausen. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Ramelow machte deutlich, dass es sich bei den nach seinen Angaben etwa zwei Millionen Euro an staatlicher Förderung, die Norma für die Investition in Gerbershausen 2011 erhalten habe, um das Geld der Steuerzahler und damit der Arbeitnehmer handele.

Es falle auf, dass jetzt, wo die Standortbindung für die Förderung ausgelaufen sei, die Entscheidung zur Betriebsschließung komme. "Das ist keine Art, wie man miteinander umgeht", sagte Ramelow.

Thüringens Ministerpräsident forderte von der Bundesregierung, bei Autogipfeln stärker als bisher die Situation der Zulieferer in den Blick zu nehmen. Auch über Standortgarantien müsse gesprochen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. September 2020 | 17:30 Uhr

1 Kommentar

lobo56 vor 4 Wochen

Die Kundgebung fand nicht in Gerbershausen sondern in Heiligenstadt statt, Herr Kalusa ! Bitte nicht so oberflächlich !!

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