Steuerhinterziehung Leinefelde: Angeklagte im Wodka-Prozess verurteilt

Zwei Eichsfelder sollen Alkohol so deklariert haben, dass er nicht versteuert werden muss - und so am Fiskus vorbeigeschleust haben. Dafür wurden sie nun zu einer Haft- und Bewährungsstrafe verurteilt.

Ein Mann in Handschellen hält Geldscheine in einer Hand
Wodka-Prozess: Wegen Steuerhinterziehung in großem Stil sind zwei Eichsfelder verurteilt worden. Bildrechte: imago/blickwinkel

Im sogenannten Wodka-Prozess hat das Landgericht Mühlhausen einen 33-jährigen Leinefelder zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Sein 45 Jahre alter Komplize erhielt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. Außerdem muss er 350 Sozialstunden ableisten. Angeklagt waren die beiden wegen millionenschweren Betrügereien mit unversteuertem Schnaps. Die beiden waren damals Gesellschafter des Leinefelder Unternehmens "Bärenkrone".

Gemäß Urteil hatte der 33-Jährige vor zehn Jahren mit gefälschten Papieren 1,2 Millionen Euro Branntweinsteuer hinterzogen. Nach Überzeugung des Mühlhäuser Landgerichts liefen die Geschäfte der Leinefelder "Bärenkrone" im Jahr 2010 so schlecht, dass sich die beiden angeklagten Gesellschafter zu den Steuerhinterziehungen entschlossen. Sie verschleierten die Lieferwege in Europa und lagerten außerdem in Leinefelde große Mengen britischen Rohalkohols, ohne diesen zu versteuern.

Thüringer verkauften Wodka in Berlin und Brandenburg

Urteil am Landgericht Mühlhausen zum Wodka-Prozess
Die Angeklagten im Wodka-Prozess wurden zu einer Haft- und Bewährungsstrafe verurteilt. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Das Hauptzollamt Erfurt ging demnach davon aus, dass die Lkw-Ladungen lediglich in ein anderes Alkohollager in Italien oder Portugal gebracht und damit keine Steuern fällig werden. Tatsächlich war ein Teil des Wodkas meist nach Berlin und Brandenburg gebracht worden und von dort in den Handel gelangt.

Insgesamt zahlten die Angeklagten lediglich Steuern für 1.200 Liter Alkohol, verkauften aber das Zehnfache - daher die hohe Summe, die hinterzogen wurde.

Ein erster Prozess um die Leinefelder "Bärenkrone" war nach fast dreijähriger Verfahrensdauer im Juni 2015 zu Ende gegangen. Damals wurde der 40-jährige Ex-Geschäftsführer zu einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Er hatte im Jahr 2011 rund 90.000 Liter unversteuerten Rohalkohol eingeführt und ihn als "Antivirus-Wodka" abgefüllt und verkauft. Der mitangeklagte Prokurist wurde freigesprochen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2020, 20:28 Uhr

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