Ein Sägewerk.
Nur etwa ein Drittel des anfallenden Holzes können die einheimischen Sägewerke bewältigen, schätzt der Verband. Bildrechte: Colourbox.de

Waldschäden Thüringer Holz soll nach China verkauft werden

Im Freistaat fallen zurzeit wegen Dürre- und Borkenkäferschäden sehr große Mengen Holz an. Das kann nicht von einheimischen Sägewerken aufgearbeitet werden. Waldbesitzer suchen deshalb neue Absatzmärkte. Das Forstamt Sondershausen beispielsweise hat etwa 2.000 Festmeter Fichtenholz nach China verkauft.

Wolfgang Hentschel
Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

von Wolfgang Hentschel

Ein Sägewerk.
Nur etwa ein Drittel des anfallenden Holzes können die einheimischen Sägewerke bewältigen, schätzt der Verband. Bildrechte: Colourbox.de

Hitze, Trockenheit und Myriaden von Borkenkäfern - diese Kombination ist es, die zurzeit den Wäldern in Thüringen massiv zu schaffen macht. Hektarweise gehen die Bäume kaputt. Es fällt viel so genanntes Schadholz an. Die Frage ist: Wohin mit dem vielen Holz? Eine Möglichkeit scheint der Export zu sein. Zumindest hat jetzt das Forstamt Sondershausen 2.000 Festmeter Fichtenholz nach China verkauft.

Das Holz aus dem Forstamt Sondershausen wird zunächst zu Häfen gebracht und dann mit Containerschiffen abtransportiert. Pro Festmeter Fichtenholz zahlen die Chinesen laut Thüringenforst rund 50 Euro. Ein einigermaßen akzeptabler Preis, heißt es von der landeseigenen Anstalt. Der Verband der privaten Waldbesitzer in Thüringen hält jedenfals große Stücke von dem Export nach Fernost. Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Heyn: "Auch wir privaten Waldbesitzer müssen alle Möglichkeiten nutzen, um dieses alte Holz zu verwerten. Und so eine Möglichkeit besteht in diesem China-Export. Wir sind also sehr dafür."

China kommt das deutsche Holz gelegen: Einerseits fehlen dem Land wegen des Handelsstreits mit den USA Holzlieferungen aus Nordamerika. Andererseits sind wegen des Konflikts viele Schiffscontainer leer unterwegs - und damit frei für den Transport von Holz.

Allerdings dämpft der landeseigene Thüringenforst die Erwartungen an einen Export nach Fernost. "Wir verkaufen in diesem Jahr etwa 5.000 Festmeter Buche und etwa 10.000 Festmeter Fichtenholz nach China", sagte Sprecher Horst Sproßmann. "Das entspricht ungefähr einem Prozent unseres Gesamteinschlags."

Insgesamt wird allein der Thüringenforst über 1,2 Millionen Festmeter Holz einschlagen. Dass nicht mehr nach Fernost geht, ist zumindest von Thüringer Seite so gewollt. Das Thüringer Holz soll von einheimischen Firmen verarbeitet werden, sagt Sproßmann: "Thüringenforst verfolgt die Philosophie des Holzes der kurzen Wege. Das heißt, wir wollen Holz in der Region verkaufen an den Thüringer Zimmermann, an den Thüringer Holzhändler. Der Export nach China ist für uns kein Schwerpunkt und wird auch keiner werden."

Ob diese Strategie aufgeht, ist offen. Denn laut privatem Waldbesitzerverband kann die holzverarbeitende Industrie in Thüringen nur etwa ein Drittel des in diesem Jahr anfallenden Holzes abnehmen. Zumal Fichten und Buchen jetzt schnell aus dem Wald geschafft werden müssen. Wartet man zu lange, könnten Insekten und Pilze das Holz so schädigen, dass es nicht mehr von der Industrie verarbeitet werden kann - und letztlich nur noch als Brennholz taugt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2019, 16:58 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

7 Kommentare

13.08.2019 10:49 Blume 7

Wenn das viele Holz von hiesigen Firmen nicht verarbeitet werden kann, ist es doch gut, wenn es jemand kauft. "Endlich können wir den Chinesen mal was verkaufen was sie nicht auch durch Fotos/Produktklau nachbauen könnten." Die Schiffe sind ja einmal unterwegs. Ob mit oder ohne Ladung, sie haben trotzdem CO2 Ausstoss !!
Und da fängt, vielleicht, des Elend mit dem Klima, den Wäldern und den Schäden wieder von vorne an...

13.08.2019 10:13 Fragender Rentner 6

Das sie mittlerweile Holz nach China verkaufen, habe ich gestern auch mit staunen beim ZDF oder n-tv gehört.

Da werden wir nun wohl auch noch Exportweltmeister beim Holzverkauf?

Mehr aus der Region Nordhausen - Sondershausen - Sangerhausen

Mehr aus Thüringen