Medizinische Versorgung Krankenhaus Bad Frankenhausen: So plant der neue Betreiber

Der künftige Betreiber des Manniske-Krankenhauses in Bad Frankenhausen hat der Belegschaft am Freitag sein Konzept vorgestellt. Der Konzern KMG Kliniken mit Sitz in Brandenburg will das Krankenhaus in verkleinerter Form erhalten. Jede dritte Mitarbeiter-Stelle soll wegfallen. Die Pläne im Einzelnen:

Medizinische Stationen

DRK-Krankenhaus Bad Frankenhausen
Das Notfallzentrum im Krankenhaus Bad Frankenhausen. Bildrechte: MDR/Loréne Gensel

KMG Kliniken will in dem Krankenhaus 51 der ursprünglich mehr als 100 Betten weiter betreiben. Die meisten entfallen auf eine interdisziplinäre Station für verschiedene Behandlungen. Die Intermediär-Pflegestation als Vorstufe einer Intensivstation soll vier Betten umfassen. Auf einer solchen Station werden Patienten versorgt, die keine intensivmedizinische Behandlung brauchen, deren Vitalfunktionen aber überwacht werden müssen. Die Palliativstation zur Behandlung sterbender Menschen mit 14 Betten soll in Bad Frankenhausen weiterbetrieben werden. Zwischenzeitlich war über einen Umzug dieser Station nach Sömmerda diskutiert worden. Erhalten bleiben sollen auch eine Notaufnahme und die Radiologie.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Das Konzept sieht vor, dass 64 der bisher etwa 200 Stellen in dem Krankenhaus wegfallen. Den betroffenen 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll angeboten werden, für maximal sechs Monate in eine Transfergesellschaft des bisherigen Betreibers DRK-Krankenhausgesellschaft zu wechseln, die ihnen neue Stellen vermitteln soll. Als Mitarbeiter der Transfergesellschaft würden sie 80 Prozent ihres Gehalts weiter erhalten und sie blieben weiterhin beschäftigt, müssten sich also nicht arbeitslos melden. Dadurch würde auch ein späterer Anspruch auf Arbeitslosengeld I nicht geschmälert.

Das sagt der künftige Betreiber

KMG-Klinken-Vorstandschef Stefan Eschmann sprach am Rande der Betriebsversammlung von einer soliden Basis für das Krankenhaus in Bad Frankenhausen. Voraussichtlich im Sommer will das Unternehmen dieses Krankenhaus, zwei weitere Kliniken in Sömmerda und Sonderhausen und eine vierte in Luckenwalde in Brandenburg übernehmen. Die Kliniken waren bisher von der DRK-Krankenhausgesellschaft betrieben worden, für die Mitte Dezember ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet worden war. Nach der Übernahme werde das Insolvenzverfahren beendet, so KMG-Chef Eschmann.

Wie die Belegschaft reagiert

Viele Beschäftigte verließen die Belegschaftsversammlung in Bad Franken unter Tränen. Befragte Mitarbeiterinnen sagten, sie sähen aber ein, dass ein Personalabbau die bessere Lösung sei als eine komplette Schließung der Klinik. Die Betriebsratsvorsitzende Kerstin Göhring sagte, sie sei zufriedener als mit dem vorherigen Konzept, das mehr als 100 Kündigungen vorgesehen habe.

Wie die Politik reagiert

Landrätin Antje Hochwind-Schneider äußerte sich erfreut darüber, dass das Krankenhaus erhalten werden soll. Mit den Zusagen, das Krankenhaus mit 51 Betten weiterzuführen und die Geburtsstation im Krankenhaus Sondershausen zu erhalten, sei die stationäre Versorgung im Kyffhäuserkreis gesichert, erklärte sie. Für die Bürger des Landkreises sei das eine gute Nachricht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. März 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2019, 17:26 Uhr

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3 Kommentare

23.03.2019 08:44 winfried 3

Liebe Redaktion ... auch ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
Gemeint habe ich:
1) ... direkt in Arbeitslosigkeit = 100 % ALG I (Geld)Bezug;
2) ... über Transferges. in Arbeitslosigkeit = 80% (Geld)Bezug von 1).

P.S.: Unabhängig, ob "wir" am Ende zu einem einvernehmlichen Ergebnis kommen oder nicht, ich finde die Art Ihrer Kommunikation gut.

22.03.2019 18:00 MDR THÜRINGEN 2

@1 winfried: Sorry, das hatten wir missverständlich formuliert. Gemeint ist nicht: 80 Prozent Gehalt plus ALG!, sondern erstmal weiter Gehalt und, sollte die Trägergesellschaft aufgelöst und ihre Mitarbeiter entlassen werden, dann Anspruch auf ALG 1.

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