Stundenlange Suche Vermeintliches Unstrut-Krokodil im Kyffhäuserkreis gesichtet

Eine Woche nach der vergeblichen Krokodil-Suche in Sachsen-Anhalt könnte das Tier nun in Thüringen aufgetaucht sein. Eine Pferdebesitzerin sichtete das mutmaßliche Reptil. Die Suche blieb bis zum Sonntagabend erfolglos.

An der Unstrut bei Schönewerda (Kyffhäuserkreis) will eine Pferdebesitzerin am Sonntag ein Krokodil gesehen haben. Seit dem Vormittag suchten rund 80 Feuerwehrleute das Flussufer ab. Bei Roßleben seien sie auf Spuren gestoßen, die möglicherweise von einem Krokodil stammen könnten, hieß es. Der Landkreis sprach eine öffentliche Warnung aus.

Nach acht Stunden umfangreicher Suche wurde der Einsatz am Abend beendet. Kreisbrandinspektor Jonas Weller sagte MDR THÜRINGEN, es seien vorerst keine weiteren Sucheinsätze geplant. Zur Sicherheit bleibe der Bereich im Kyffhäuserkreis zwischen Kalbsrieth und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt vorerst gesperrt. Das Zutrittsverbot gelte für das Wasser sowie die Uferbereiche, also auch für Paddler und Radfahrer. Im angrenzenden Burgenlandkreis gilt eine entsprechende Warnung.

Am Montag wollen die Behörden des Kreises und der Stadt Roßleben-Wiehe beraten, wie es weitergeht.

Suche nach vermeintlichem Krokodil an der Unstrut
Eine Pferdebesitzerin stieß nach eigener Aussage auf ein zwei Meter langes Krokodil. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel
Suche nach vermeintlichem Krokodil an der Unstrut
Eine Pferdebesitzerin stieß nach eigener Aussage auf ein zwei Meter langes Krokodil. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel
Suche nach vermeintlichem Krokodil an der Unstrut
Mit einem Großaufgebot wurde das Ufer entlang des Ortes Schönewerda abgesucht. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel
Suche nach vermeintlichem Krokodil an der Unstrut
Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel
Suche nach vermeintlichem Krokodil an der Unstrut
Die Unstrut und der Radweg am Fluss wurden gesperrt. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel
Polizeihubschrauber sucht nach einem Krokodil in der Unstrutt im Kyffhäuserkreis.
Die Behörden nehmen die Sichtung ernst. Bildrechte: WichmannTV
Ein Boot der Wasserschutzpolizei wird in die Unstrut gelassen.
Vor einer Woche meldeten Angler eine Krokodil-Sichtung im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Handelt es sich nun um dieses Tier? Bildrechte: dpa
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Suche nach vermeintlichem Krokodil an der Unstrut
Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Um eine Flucht zu verhindern, ließ die Feuerwehr am Sonntag Schleusen schließen. Die Polizei unterstützte die Suche mit einem Hubschrauber. Auch eine Drohne wurde eingesetzt. Mit Booten wurde der zwölf Kilometer lange Flussabschnitt mehrfach abgefahren. Nach Angaben der Rettungsleitstelle Nordhausen-Kyffhäuserkreis waren auch Mitarbeiter der Naturschutzbehörde vor Ort.

Krokodil, Crocodylus niloticus, Madagascar
So ähnlich dürfte das Krokodil aussehen. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Mit aufgerissenem Maul am Ufer

Die Krokodil-Sichtung in dem Ortsteil der Landgemeinde Roßleben-Wiehe hatte am Sonntagvormittag eine Pferdebesitzerin gemeldet. Demnach hätten ihre Tiere vor dem mindestens zwei Meter langen Reptil, das mit aufgerissenem Maul am Unstrut-Ufer lag, gescheut. Das bedrohliche Reptil glitt dann laut der Pferdebesitzerin wieder ins Wasser.

Krokodil in Sachsen-Anhalt gesucht

Es könnte sich um das Tier handeln, nach dem vor einer Woche in Sachsen-Anhalt im Burgenlandkreis in einer aufwendigen Aktion gesucht worden war. Beteiligt waren die Wasserschutzpolizei, die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft sowie Feuerwehren.

Angler hatten das Reptil laut eigener Aussage bei Laucha in der Unstrut gesichtet. Allerdings war die großangelegte Suche ohne Ergebnis eingestellt worden. Die Behörden hatten jedoch vorsorglich ein Badeverbot für Teile der Unstrut verhängt.

Schönewerda in Thüringen liegt rund 24 Kilometer Luftlinie von Laucha entfernt.

Auch Sachsen-Anhalt reagiert

Auch die Behörden in Sachsen-Anhalt reagierten auf die erneute Sichtung des Krokodils. "Das ist sehr glaubhaft und ich gehe davon aus, dass das Krokodil tatsächlich dort ist", sagte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU). "Feuerwehrleute beobachten auch auf unserer Seite den Wasserlauf."

Ulrich verlängerte das nach der ersten Sichtung verhängte Badeverbot an der Unstrut in seinem Landkreis und verbot am Sonntag darüber hinaus, zwischen der Grenze zu Thüringen und der Unstrut-Schleuse in Laucha zu angeln oder den Fluss mit Wasserfahrzeugen zu befahren. Weiter als bis dahin könne das Tier seit der Sichtung nicht gekommen sein. Die Verbote sollen ab Montag für die gesamte Unstrut gelten.

Verhungern wird das Krokodil in der Unstrut wohl nicht. Abgesehen von Wasservögeln gibt es dort Aale, Barsche, Karpfen und andere Fische.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. September 2020 | 14:00 Uhr

16 Kommentare

kpmdr2019 vor 7 Wochen

Lyons and Tigers and Bears Oh My;... und jetzt sogar ein Krokodil;.. was uns gerade noch gefehlt hat....
Hoffe das das Tier sobald wie moeglich gefangen wird und die Person die fuer dessen Einfuhr und Aussetzung verantwortlich ist eine betraechliche Strafe erhaelt!

part vor 7 Wochen

Die Krodilartigen haben sogar das Aussterben der Dinos überlebt und überlebten auch in Wasserlöchern der Sahara, bis besonders Durstige vorbei kamen und Handfeuerwaffen dabei hatten, doch es gibt sie heute noch dort. Die Anpassungsfähigkeit ist enorm und im warmen Tal um Nebra dürften sich beste Bedingungen finden um den Stoffwechsel auf Optimum zu halten. Die Frage nur, welcher Liebhaber von Krokos hat es wann in die Freiheit entlassen? Ja und, bei Wintern unter Eisdecke bis 10 cm, vermute ich eine Schockstarre im Flußschlamm. Überdies vom Verhalten von Krokos lässt sich viel lernen für die Wissenschaft, also nur zu, auf an die Unstrut, die bei Gebesee von der Gera kommt.

goffman vor 7 Wochen

Schon möglich, dass da was dran ist.
Ich frage mich aber, warum in solchen Fällen immer niemand ein Handy dabei hat oder die Geistesgegenwart/ Möglichkeit hat, die Sichtung zu fotografieren oder zu filmen.

Wir waren gestern wandern und bestimmt jeder dritte Wanderer, der uns entgegenkam hatte ein Smartphone oder eine Kamera in der Hand - aber vielleicht würde so jemand das Krokodil auch gar nicht sehen.

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