Manniske-Krankenhaus von außen
Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen. Bildrechte: MDR/DRK

Zum Jahresende DRK will Krankenhaus in Bad Frankenhausen schließen

Um die Zukunft des Manniske-Krankenhauses wurde zuletzt heftig gerungen. Jetzt hat das Deutsche Rote Kreuz als Träger die Schließung zum Jahresende angekündigt. Derzeit gibt es rund 220 Mitarbeiter in der Klinik.

Manniske-Krankenhaus von außen
Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen. Bildrechte: MDR/DRK

Die DRK-Krankenhausgesellschaft will das Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen zum Jahresende schließen. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Schneider MDR THÜRINGEN sagte, rechnet er für dieses Jahr mit einem Verlust von drei bis vier Millionen Euro. Es seien nicht genügend Patienten da und die Klinik wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Er wolle nicht 1.600 Arbeitsplätze an vier Standorten riskieren, um ein Krankenhaus zu halten.

Landrätin Hochwind ist entsetzt

Die Landrätin des Kyffhäuserkreis, Antje Hochwind (SPD), sagte, das DRK habe den Landkreis am Donnerstagvormittag per Fax darüber informiert. Sie sei entsetzt, wie verantwortungslos mit den Menschen in der Region umgegangen werde. Sie mache sich große Sorgen, wie die medizinische Versorgung sichergestellt werden soll und werde um den Erhalt der Klinik kämpfen.

Jan Bösche im Gespräch mit Antje Hochwind (SPD), Landrätin Kyffhäuser-Kreis
Antje Hochwind (SPD), Landrätin des Kyffhäuserkreises Bildrechte: MDR/Sven Nowak

Auch Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) machte der Krankenhausgesellschaft schwere Vorwürfe. Sie habe bewusst auf das Ende der Klinik hingearbeitet. Die Stadt ruft jetzt für den kommenden Montag zu einer öffentlichen Kundgebung zum Erhalt der Klinik auf. Wie es mit dem Krankenhaus weitergeht, ist völlig offen. Das DRK kann die Klinik dem Kreis übertragen, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Eine weitere Möglichkeit ist eine neue kommunale Krankenhausgesellschaft. Der Kyffhäuserkreis und der Landkreis Nordhausen haben bereits angedeutet, diese gemeinsam mit dem Südharz-Klinikum in Nordhausen gründen zu wollen. Das geht aber nur, wenn das DRK dem zustimmt. Noch vor zwei Monaten hatte der Aufsichtsratsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Michael Schneider, angekündigt, die drei DRK-Kliniken in Bad Frankenhausen, Sondershausen und Sömmerda weiter zu spezialisieren und die Chirurgie in Bad Frankenhausen zu schließen.

DRK: Politik blockierte alle Vorschläge

Schneider wirft der lokalen Politik jetzt vor, alle Vorschläge zum Umbau des Krankenhauses blockiert zu haben. Sowohl der Vorschlag, ein geriatrisches Zentrum zu gründen, als auch die Idee einer Inneren Klinik seien zerredet worden. Er habe nie mit Gewinnen gerechnet, aber wenigstens mit nur moderaten Verlusten. Nun hoffe er darauf, dass der Kreis das Krankenhaus in Eigenregie fortführt, um die Klinik zu retten. Er könne dies wirtschaftlich nicht mehr verantworten. Im Moment arbeiten rund 220 Mitarbeiter in Bad Frankenhausen. Diese könnten bei einer Schließung nur zum Teil in Sondershausen und Sömmerda übernommen werden.

Sozialministerium schaltet sich ein

Sozialministerin Heike Werner (Linke) traf sich am Donnerstag mit Vertretern des Kyffhäuserkreises und des Landkreises Nordhausen, um über eine mögliche neue kommunale Trägerstruktur für die drei DRK-Kliniken unter Beteiligung des kommunalen Südharz-Krankenhauses Nordhausen zu sprechen. Das Land sei interessiert am Erhalt aller drei Standorte, sagte ein Ministeriumssprecher. Wegen der beabsichtigten Schließung in Bad Frankenhausen kündigte die DRK-Betreibergesellschaft einen förmlichen Antrag beim Sozialministerium an, das diesen dann genehmigen solle. Laut Ministerium ist eine solche Zustimmung nur für den Fall notwendig, wenn der Betreiber Fördermittel des Landes für die Schließung beantragen will.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Nord-Thüringen | 15. November 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2018, 20:34 Uhr

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4 Kommentare

16.11.2018 07:36 andreas 4

Was will man erwarten von einem Gesundheitswesen, dass so richtig "durchbilanziert" wird?!
Da werden auch die [weichen] Kunstgriffe aus der Politik nicht helfen. Am Ende geben alle ihren Namen für den Profit auf Kosten der Kranken ... Diesmal fährt eben der Steuerberater mit einem ROTEM KREUZ auf dem Autodach zum Aufsichtsrat.
Mir wird über ... obwohl ich schon jahrelang beim DRK Blut spende.

16.11.2018 03:36 TobiasSch1976 3

Na das wird aber dann mal Zeit, das die "Bude" dann mal dicht gemacht wird, da Arbeiten eh nur Politisch motivierte herum, sonst auch garniemand.

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