Berlin | Sondershausen Prozess gegen Thüringer Rechtsextremist

Ein mehrfach verurteilter Rechtsextremist aus Thüringen muss sich erneut wegen des Verwendens von Nazi-Symbolen verantworten. Gegen den 44-Jährigen und einen 43 Jahre alten Mitangeklagten hat am Montag ein Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten begonnen. Die Männer sollen über das Internet T-Shirts, CDs und LPs angeboten haben, auf denen unter anderem Hakenkreuze und stilisierte Keltenkreuze abgebildet waren. Beide Angeklagten schwiegen zu den Vorwürfen.

Darauf zu sehen ist der sogenannte "Satansmörder von Sangershausen".
Hendrik M. (Mitte) hat beste Kontakte in rechtsextremistische Kreise (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei dem 44-Jährigen handelt es sich um den als "Satansmörder" bekannten Hendrik M.. M. hatte 1993 in Sondershausen mit zwei Mitschülern einen 15-Jährigen ermordet und war 1994 zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt worden.

Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wegen ihrer Begeisterung für Horrorfilme, okkulte Rituale und aggressive Black-Metal-Musik wurden die Täter als "Kinder des Satans" bezeichnet.

Nach Entlassung aus der Haft fiel der 44-Jährige wegen erneuter Straftaten auf. In Erfurt erhielt er 2003 vier Jahren Haft unter anderem wegen Volksverhetzung. Im jetzigen Prozess geht es um mutmaßliche Taten im Zusammenhang mit einem Online-Versandhandel, den der 44-Jährige von Oktober 2014 bis November 2015 zunächst von Berlin und dann von Thüringen aus betrieben haben soll. Der 43 Jahre alte Mitangeklagte sei für das Bedrucken und Versenden von T-Shirts zuständig gewesen. Beiden Männern wird das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zur Last gelegt. Zudem soll der 44-Jährige vorgeworfen, ab Juli 2015 eine CD mit volksverhetzendem, antisemitischem Inhalt zum Verkauf angeboten zu haben. Der Prozess soll am 23. März fortgesetzt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 09. März 2020 | 17:00 Uhr

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