Schlossmuseum Sondershausen Historische Möbel mit Schadstoffen belastet

Im Schlossmuseum in Sondershausen sind historische Möbelstücke mit Schadstoffen belastet. Ganz neu ist das nicht, aber aufgrund des bevorstehenden Umzugs des Museumsdepots wieder aktuell. Deshalb wurden nun alle Möbel im Depot untersucht. Sie müssen beim Umzug besonders behandelt werden.

Screening brachte Klarheit

Rund ein Drittel der historischen Möbelsammlung ist betroffen. Das hat das sogenannte Schadstoffscreening Anfang der Woche im Museum ergeben. Zwei Experten suchten beispielsweise nach speziellen Chrom- und Chlorverbindungen. Etwa 30 Möbel wurden untersucht, sagte Museumsdirektorin Christa Hirschler MDR THÜRINGEN. Es handelt sich dabei um Möbel, die derzeit nicht ausgestellt werden. Besucher sind mit ihnen deshalb nicht in Berührung gekommen. Zum Teil wurden Rückstände des giftigen Holzschutzmittels Hylotox 59 gefunden, welches in der DDR massiv eingesetzt wurde. Aber auch andere Substanzen, die bereits im 19. Jahrhundert gegen Holzwürmer eingesetzt wurden, konnten nachgewiesen werden.

Zwei Männer in weißen Ganzkörper-Schutzanzügen und mit Atemschutz stehen während einer Untersuchung von Möbeln im Schlossmuseum Sondershausen auf giftige Holzschutzmittel mit einem Klemmbrett und einer Foto-Kamera vor einer waagerecht liegenden, hölzernen Platte
Experten untersuchen Möbel im Schlossmuseum Bildrechte: MDR/Sebastian Jakob

Größtenteils sind nur einzelne Teile der Möbel belastet, wie die Füße. Für den Umzug werden die belasteten Möbel jetzt gekennzeichnet. Wenn das Depot mitsamt aller Kunstgegenstände umzieht, müssen beim Transport der Möbel zum Beispiel Handschuhe getragen werden, eventuell auch spezielle Schutzanzüge mit Atemschutz.

Auf die Schadstoffe aufmerksam geworden war eine Restauratorin bereits vor mehreren Jahren. Sie entdeckte auf einigen Stücken kleine Kristalle auf der Oberfläche. Daraufhin stellte sich heraus, dass es sich um giftige Holzschutzmittel-Rückstände handelt. Diese sind, wenn die Stücke einfach im Museum stehen, nicht schädlich. Erst wenn sie sich beim Transport lösen und in die Luft gelangen, können sie für Menschen gefährlich werden. "Im Sinne des Arbeitsschutzes mussten wir deshalb genau abklären, welche Möbel betroffen sind", so Museumsdirektorin Christa Hirschler. Nach dem Umzug ist für die belasteten Stücke ein separater Raum vorgesehen.

Der Umzug ist notwendig geworden, weil der Nordflügel des Schlosses wegen Statik-Problemen im November gesperrt werden musste. Davon war auch das gesamte Museumsdepot betroffen. Kunstgegenstände aus acht Sammlungen werden in den nächsten Wochen umgelagert. Das Museum ist für die Besucher weiterhin uneingeschränkt zugänglich und ganz normal geöffnet.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2018, 15:12 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

21.02.2018 20:38 Dorfbewohner 1

Teilzitat aus Nachricht: “...Zum Teil wurden Rückstände des giftigen Holzschutzmittels Hylotox 59 gefunden, welches in der DDR massiv eingesetzt wurde…”.

Nun frage ich mich, wenn dieses Zeug so gefährlich ist, dass mit Körper- und teilweise(einer mit und der andere ohne)Atemschutzmittel gearbeitet wird, was wird mit den anderen Menschen wohl passieren, die das Zeug heute noch möglicherweise in ihren Wohnungen haben?
(( gegoogelt Hylotox 59 - “gegen Anobien(Holzwürmer) o.ä. Holzschädlingen in Wohnungen vom ASMW geprüft und anerkannt…”))

Haben die Pech, es nicht zu wissen oder wie läuft das...

Mehr aus der Region Nordhausen - Heiligenstadt - Mühlhausen - Sömmerda