Landkreis Nordhausen Unmut in Bleicherode wegen wegfallender Postleitzahlen

In Bleicherode im Kreis Nordhausen gilt seit dem 1. Oktober eine einheitliche Postleitzahl. Auf dem Gebiet der vor anderthalb Jahren gegründeten Landgemeinde gab es zuvor noch zwei weitere. Diese sollen nun wegfallen, wie die Deutsche Post offenbar kurzfristig mitteilte. Einige Einwohner fühlen sich von den Behörden zu spät informiert.

Ein Briefträger der Deutschen Post fährt mit einem Fahrrad über einen Zebrastreifen.
Die Vereinheitlichung der Postleitzahl kurz nach der Umbenennung der Straßennamen sorgt in Bleicherode (Kreis Nordhausen) für Unmut. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

In Bleicherode ärgern sich die Bürger in mehreren Ortsteilen über die seit Donnerstag geltende einheitliche Postleitzahl: 99752.

Nach der Gründung der Landgemeinde zum 1. Januar 2019 waren in den insgesamt 13 Ortsteilen zunächst die Straßennamen und Hausnummern vereinheitlicht worden. Fast jeder Ort hatte eine Haupt- oder Dorfstraße. Die Hauptstraße in Wolkramshausen wurde beispielsweise nun zur Wolkramshäuser Hauptstraße, damit die Adressen für die Post, aber auch für Rettungsdienste eindeutig zugeordnet werden können. Insgesamt 40 Straßennamen mussten geändert werden.

Erst Änderung der Straßennamen, dann der Postleitzahl

Erst im Juli waren diese Abstimmungen abgeschlossen worden, sagte Nohras Ortsbürgermeister Uwe Wenkel (parteilos) MDR THÜRINGEN. Die Deutsche Post könne nicht so tun, als habe sie von diesen Abstimmungen nichts gewusst. Dass man jetzt nach Abschluss der Verhandlungen auch noch die einheitliche Postleitzahl einführe, hätte die Post viel früher kommunizieren müssen, ärgert sich Wenkel.

Die betroffenen Bürger hatten in den vergangenen Monaten bereits bei den Ämtern ihre Ausweise ändern lassen, aber auch Briefköpfe und Rechnungsadressen neu erstellt. Wann genau der Landgemeinde bekannt wurde, dass sieben der 13 Ortsteile nun auch ihre bisherigen Postleitzahlen verlieren, ist nicht zu klären.

Hat die Post zu spät über Postleitzahlen informiert?

Wie Thomas Kutsch, Konzernsprecher der Deutschen Post, MDR THÜRINGEN sagte, war dies aber von vornherein klar. Man habe mit der Änderung allerdings bis zum Abschluss der Straßenänderungen gewartet und sie nun zum 1. Oktober in Kraft gesetzt. Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek (CDU) hatte dazu in einer Gemeinderatssitzung gesagt, die Post hätte sich mit ihrem Anliegen viel eher melden können. Dem MDR wollte er jedoch keine Stellungnahme geben.

Die Ortsteile Friedrichstal, Etzelsrode, Hainrode und Nohra verlieren nun ihre bisherige Postleitzahl 99735, die Ortsteile Elende und Obergebra die 99759. Diese Postleitzahl hatten Elende und Obergebra übrigens schon seit der Umstellung der Postleitzahlen 1993, obwohl Elende im Jahr 1994 nach Bleicherode eingemeindet wurde und Obergebra im Jahr 2007.

Unmut bei den Bürgern in Bleicherode

Trotzdem bleibt die Deutsche Post bei ihrem Vorgehen. Man werde noch einige Wochen aus Kulanz die Post nach den alten Postleitzahlen verteilen, aber dann die Sendungen nicht mehr zustellen können, sagte Konzernsprecher Kutsch. Bei Bürgern sorgt dies für Unmut.

Eine Geschäftsfrau aus Nohra sagte MDR THÜRINGEN, so etwas habe sie an ihrem Wohnort im Kyffhäuserkreis bei der Bildung der Landgemeinde nicht erlebt. Dort sei alles geräuschlos verlaufen, so die Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte. In der Landgemeinde Bleicherode seien dagegen immer neue Änderungen - auch der Straßennamen - hinzugekommen und nun komme man mit der neuerlichen Änderung der Postleitzahl einfach nicht mehr hinterher. Der Verwaltungsaufwand sei neben dem normalen Tagesgeschäft kaum zu schaffen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Oktober 2020 | 14:00 Uhr

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