Fundstelle eines Blindgängers am Zorge-Ufer in Nordhausen
Fundstelle des Blindgängers: In Nordhausen werden immer wieder alte Fliegerbomben entdeckt, die nicht detoniert sind. Um den Blindgänger entschärfen zu können, wurde der Bereich in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle geräumt. Bildrechte: MDR/Silvio Dietzel

Bombenfund am Zorge-Ufer Entschärfung von Blindgänger in Nordhausen geglückt

In Nordhausen haben Spezialisten am Dienstagabend eine 227-Kilogramm-Bombe entschärft. Der Blindgänger war an der Zorge südöstlich der Innenstadt gefunden worden. Für die Entschärfung der alten Fliegerbombe mussten 2.500 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Fundstelle eines Blindgängers am Zorge-Ufer in Nordhausen
Fundstelle des Blindgängers: In Nordhausen werden immer wieder alte Fliegerbomben entdeckt, die nicht detoniert sind. Um den Blindgänger entschärfen zu können, wurde der Bereich in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle geräumt. Bildrechte: MDR/Silvio Dietzel

Entschärfung in kürzester Zeit: Der in Nordhausen gefundene Blindgänger wurde bereits kurz nach 20 Uhr unschädlich gemacht, wie ein Sprecher der Stadt am Dienstagabend meldete. Die Menschen können demnach in ihre Häuser zurückkehren, die im Sperrbezirk in 500 Metern Umkreis um die Fundstelle liegen. Rund 2.500 Bewohner vom Ammerberg, von der Erfurter Straße, der Halleschen Straße und der Kyffhäuserstraße waren zuvor in Sicherheit gebracht worden. In der Grundschule "Berthold Brecht" hatten die Behörden eine Notunterkunft eingerichtet.

Blindgänger nach Entschärfung in Nordhausen
Die Fliegerbombe wurde nach der Entschärfung abtransportiert. Bildrechte: MDR/Stadtverwaltung Nordhausen

Die alte Fliegerbombe war bei Bauarbeiten am Ufer der Zorge in der Nähe der Kyffhäuserstraße entdeckt worden. Bei dem Blindgänger handelt es sich um eine 227 Kilogramm schwere britische Bombe. Sie war nach dem Abwurf im Zweiten Weltkrieg nicht hochgegangen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurde der Blindgänger noch am Abend abtransportiert. Der Zünder wird gesprengt. Die Straßensperrungen in Nordhausen wurden nach und nach aufgehoben.

Hubschrauber mit Wärmebildkamera über Sperrgebiet

Sperrbezirk zur Bombenentschärfung in Nordhausen
Der Sperrbezirk umfasste einen Radius von 500 Metern rund um den Fundort der Bombe. Bildrechte: Stadtverwaltung Nordhausen

Bei der Evakuierung waren fast 260 Polizisten, Feuerwehrleute und andere Retter im Einsatz. Der Entschärfungstrupp konnte seine Arbeit erst beginnen, nachdem die Helfer grünes Licht gegeben hatten, wie der Stadtsprecher sagte. Am frühen Abend hatte noch ein Polizeihubschrauber das betroffene Gebiet mit einer Wärmebildkamera überflogen. So soll sichergestellt werden, dass sich tatsächlich niemand mehr in dem Sperrgebiet mit einem Radius von etwa 500 Metern um den Fundort aufhält.

In der Stadt im Südharz werden immer wieder Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Nordhausen war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs durch alliierte Fliegerangriffe schwer getroffen und in weiten Teilen zerstört worden. Zuletzt mussten daher im November 2018 rund 1.100 Betroffene ihre Häuser und Wohnungen im Ortsteil Bielen verlassen. Experten eines Räumdienstes mussten überdies im vergangenen Oktober zwei 227-Kilogramm-Blindgänger unschädlich machen. Um die kontrollierte Sprengung der Bombenzünder zu ermöglichen, verließen damals etwa 3.000 Bewohner ihre Wohnungen. Zwei Pflegeheime waren ebenfalls betroffen.

Blindgänger am Zorge-Ufer in Nordhausen
Der Blindgänger war bei Sanierungsarbeiten am Ufer der Zorge gefunden worden. Bildrechte: MDR/Stadtverwaltung Nordhausen

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. August 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 12:07 Uhr

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9 Kommentare

21.08.2019 19:25 The Sentinel 9

Ein Scheiss Job, aber jemand muss ihn machen, zu unser aller Sicherheit.

Dem Entschärfer gehört mehr größter Respekt, er setzt sein Leben aufs Spiel, damit wir, unsere Kinder und Enkel in Ruhe leben können.

Bei allen Kommentaren hier, vermisse ich den Dank für diesen Mann.

Er wird sicher auch eine Familie haben, die bei jedem Einsatz zittert und froh ist, wenn alles gut gegangen war.

Ich sage einmal mehr
DANKE FÜR IHRE ARBEIT!!!

21.08.2019 15:53 MDR THÜRINGEN 8

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