Die Suche geht weiter Bratwurstmuseum: Nordhausen bietet Standort an - Arnstadt auch

Nach der heftigen Kritik am geplanten Standort in Mühlhausen sucht das Bratwurstmuseum, das derzeit in Holzhausen seinen Standort hat, weiter nach einer neuen Heimat. Angebote gibt es aus Nordhausen und Arnstadt.

Auf der Suche nach einem neuen Standort für das Deutsche Bratwurstmuseum hat sich nun Nordhausen ins Gespräch gebracht. Wie Hans-Georg Müller von der SPD-Stadtratsfraktion MDR THÜRINGEN sagte, ist der Scheunenhof im Ortsteil Sundhausen ein geeigneter Standort. Müller schlägt vor, die Mühlhäuser und Nordhäuser Investoren zusammenzubringen, um ein Konzept zu erarbeiten.

Der Scheunenhof in Sundhausen, einst als bäuerliche Vermarktungshalle gebaut, steht seit einigen Jahren leer. Bislang lehnt Mühlhausen es jedoch kategorisch ab, das Museum nach Nordhausen zu verlagern. Zwischenzeitlich war auch Oberhof als möglicher neuer Standort im Gespräch.

Am Mittwoch gab es auch eine Interessenbekundung aus Arnstadt. "Wir haben ein Grundstück, das wir für geeignet halten, allen gestellten Anforderungen aus unserer Sicht entspricht und das wir sofort anbieten können", erklärte Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders. Das Museum gehöre nach Arnstadt, wo die Bratwurst in Aufzeichnungen des Walpurgisklosters erstmals 1404 erwähnt worden sei, sagte Arnstadt Bürgermeister Frank Spilling. Arnstadt biete Entfaltungsmöglichkeiten, die der Verein und das Museum für künftige Investitionen brauchten.

Nach Kritik am geplanten Standort in Mühlhausen geht die Suche weiter

Das Museum ist bisher in Holzhausen bei Arnstadt und will von dort nach Mühlhausen umziehen. Nach der Kritik an den Standortplänen im Mühlhäuser Stadtwald sucht die Stadt nach einem alternativen Standort. Auf dem ursprünglich geplanten Gelände am Stadtwald befand sich ein KZ-Außenlager. Wegen der massiven Proteste stoppte die Stadt seine ursprünglichen Pläne für die Ansiedlung. Das Medienecho dazu war groß. Die Debatte um den Standort schaffte es sogar in die New York Times.

Der Eigentümer der ursprünglich als Museumsstandort vorgesehenen Fläche am Stadtwald, Jan Kratochwil, erklärte am Mittwochabend auf Facebook, er halte an seinen Plänen fest, dem Museum in Mühlhausen eine neue Heimat zu geben, fest. Nach "Würdigung aller jetzt bekannten Tatsachen" sei das Museum am ursprünglichen Standort nicht umsetzbar, schrieb er. Er arbeite unter Einbeziehung der Stadtverwaltung Mühlhausen an einer alternativen Lösung.

In dem ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald in Mühlhausen wurden von September 1944 bis Februar 1945 rund 700 jüdische Frauen hauptsächlich aus Ungarn und Polen gefangen gehalten. Die in das Lager deportierten Frauen mussten in einem rund drei Kilometer entfernten Rüstungsbetrieb Zwangsarbeit verrichten.

Wegweiser im Bratwurstmuseum Holzhausen
Das Bratwurstmuseum steht bisher in Holzhausen in Arnstadt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Nord-Thüringen | 06. Februar 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 20:41 Uhr

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13 Kommentare

08.02.2019 16:52 Harzer 13

Mir ist das Wurscht.

08.02.2019 14:48 Dorfbewohner 12

“Graf von Henneberg 8

...Und - Kümmel gehört nicht in die Bratwurst.”

Wir wissen es ja so langsam, ist es doktrinbedingt oder wegen persönlichem Geschmack?

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