Nordhausen Ansturm auf Einweg-Masken in Apotheken

Bevor das Tragen einer Maske nach Ostern zur Pflicht wird, sind am Gründonnerstag im Kreis Nordhausen Zehntausende Exemplare an Apotheken geliefert worden. Die Kunden griffen schnell zu. Doch Hamsterkäufe seien nicht nötig, beruhigt der Landrat.

Schild vor einer Apotheke in Nordhausen mit der Aufschrift: Momentan keine Nasen-Mund-Masken mehr vorrätig.
In Nordhausen versorgten sich viele Menschen mit Schutzmasken. Der Nachschub soll laut Landratsamt gewährleistet sein. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

In den Apotheken im Kreis Nordhausen hat es bereits am Donnerstagvormittag einen Ansturm auf die Einweg-Masken gegeben. Seit dem Mittag fahren zwei Teams schon wieder Nachschub aus, wie das Landratsamt mitteilte. Bis zum Abend würden mehr als 100.000 Masken ausgeliefert sein. Ein Mangel sei jedoch nicht zu befürchten, da der Kreis insgesamt 1,3 Millionen Masken erhalten solle, so Landrat Matthias Jendricke (SPD). Er wies darauf hin, dass Hamsterkäufe unnötig seien, die Apotheken würden weiterhin beliefert.

Masken-Pflicht im Kreis Nordhausen zur Corona-Eindämmung

Ab Dienstag nach Ostern gilt in vielen öffentlichen Bereichen im Kreis Nordhausen eine Masken-Pflicht. Dann müssen zum Beispiel Kunden in Geschäften, im Nahverkehr und in Taxis einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der auch selbst hergestellt sein kann. Ladeninhaber und Busfahrer könnten Personen ohne entsprechenden Schutz den Zutritt verweigern, hieß es.

Vergangene Woche hatte der Landkreis eine Lieferung von 30.000 FFP2-Masken erhalten, die vor der Ansteckung durch das Coronavirus schützen und daher besonders für Beschäftigte in Krankenhäusern und bei Rettungsdiensten geeignet sind. Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz dagegen kann nach Ansicht von Experten eine eigene Ansteckung zwar kaum verhindern, aber es unterbinden, dass infizierte Menschen ihre Viren verteilen.

Masken für die Tafel in Nordhausen

Die Theaterwerkstatt Nordhausen hat in den vergangenen Tagen 350 Schutzmasken genäht. Wie das Landratsamt mitteilte, übergaben Landrat Jendricke und Theaterintendant Daniel Klajner 200 Masken an die Tafel Nordhausen und ihre Mitarbeiter. 150 weitere Masken seien an den Bereich Katastrophenschutz Nordhausen gegangen. Die Nordhäuser Tafel solle außerdem zusätzlich 1.000 Einweg-Schutzmasken bekommen, die sie an ihre Kunden weitergeben können, sagte Jendricke.

Corona-Verfügung auch für Geschäfte

In Nordhausen gilt seit Anfang der Woche eine neue Allgemeinverfügung. Sie schreibt unter anderem vor, dass maximal 100 Einkaufswagen in Baumärkten bereitstehen dürfen und dass jeder Kunde einen Wagen nutzen muss. Geschäfte, die noch geöffnet sind, müssen ihre Kundentoiletten kostenfrei zur Verfügung stellen. Dazu gehören auch Tankstellen. Geschlossene Geschäfte müssen mit einem Schild oder Absperrband kennzeichnen, dass auch die Freiflächen nicht genutzt werden dürfen. Das Landratsamt bereitet außerdem ein Ausweichquartier für Menschen in Quarantäne vor.

Bis Donnerstagmittag wurden im Kreis Nordhausen 31 Corona-Infektionen gezählt. Fünf neue Fälle kamen laut Landratsamt seit Mittwochabend hinzu.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 09. April 2020 | 15:30 Uhr

2 Kommentare

konstanze vor 7 Wochen

Und genau darum trauen sich die Landesregierungen und die Bundesregierung nicht, eine Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz zu veranlassen.
Sie wollen damit ihre Unfähigkeit, hier ausreichende Mengen beschafft zu haben, kaschieren.
Doch das kann's nicht sein. Daher lieber selbstgefertigte Masken nutzen (Brille nicht vergessen).

Leachim-21 vor 7 Wochen

irgend wie lustig wenn es nicht so ernst wäre, wie kann man Maskenpflicht verordnen wenn die Masken fehlen und auch die Einweg Handschuhe. noch nicht einmal das ambulante Pflegepersonal hat welche . wurde sogar im TV gebracht.

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