Über 5.000 Einwohner betroffen Nordhausens Evakuierungsplan für die Bombenentschärfung ist angelaufen

Nordhausen bereitet sich auf die nächste Bombenentschärfung vor. Die Stadt hat für die am Sonntag geplante Aktion zwei Evakuierungszentren ausgewiesen. Sie befinden sich laut Stadtsprecher in der Regelschule "Am Förstemannweg" und in der Käthe-Kollwitz-Schule in der Wilhelm-Nebelung-Straße. Rund 300 Helfer werden demnach im Einsatz sein und überprüfen, ob die Menschen ihre Wohnungen verlassen haben.
Inzwischen wurde ein Evakuierungsplan für die 50 betroffenen Straßen erstellt, der auf der Internetseite der Stadt abrufbar ist. Hier gibt es auch Informationen, welche Hausnummern und Straßen betroffen sind. Die Stadt plant für kommenden Sonntag die Evakuierung von Hunderten von Menschen im Norden und Osten der Stadt.

In Nordhausen werden Flugblätter wegen der Bombenentschärfung verteillt.
Die Auszubildenden Luisa Buchs und Ecehan Sürmeli unterstützen das Ordnungsamt Nordhausen beim Verteilen der Flugblätter an die Anwohner. Bildrechte: Stadt Nordhausen

Bereitschaftsdienst des Südharz-Klinikums entfällt

Mittlerweile verteilt die Stadt Flugblätter zur bevorstehenden Bombenentschärfung. Darin informiert sie auch darüber, dass die Zufahrt zum Bereitschaftsdienst des Südharz-Klinikums am Sonntag, dem 4. November, ganztägig blockiert wird. Auch Ärzte könnten die Bereitschaftsdienstzentrale nicht erreichen.
Patienten, die Hilfe des ärztlichen Bereitschaftsdienstes benötigen, sollen die kostenlose Rufnummer 116117 wählen. Am kommenden Sonntag sollen etwa 50 Straßen im Norden und Osten der Stadt evakuiert werden. Betroffen sind rund 5.300 Einwohner.

Nur an zwei der sechs vermuteten Aufschlagstellen Bomben gefunden

Grund für die umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen sind mögliche Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg, die an sechs Stellen im Erdreich vermutet wurden. Am Freitagnachmittag hat sich der Verdacht nur für zwei Positionen bestätigt, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Bei den übrigen Funden habe es sich nur um vergrabenen Schrott gehandelt. Unter anderem habe auch ein altes, ringförmig verlegtes, dickes Erdungskabel die Bombensucher in die Irre geführt. 

Nordhausen war Ziel vieler Luftangriffe Die Stadt Nordhausen lässt seit einiger Zeit nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) in der Stadt und deren Umgebung suchen. Seit Kriegsende 1945 wurden mehrere hundert Blindgänger bereits geborgen und unschädlich gemacht. Nordhausen war Anfang 1945 durch alliierte Bomben, darunter viele Phosphorbomben, in weiten Teilen zerstört worden. Rund 8.000 Menschen starben, darunter KZ-Häftlinge und viele Flüchtlinge. Experten gehen davon aus, dass rund 6000 Bomben über der Stadt abgeworfen wurden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Regional | 02. November 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2018, 16:00 Uhr

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3 Kommentare

03.11.2018 18:17 Agnostiker 3

[MDR Thüringen: Gelöscht wegen fehlendem Bezug zum Inhalt des Artikels.]

03.11.2018 09:10 Junker: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert.... dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." 2

erst mal müsste ja die Stadt eine Vereinbarung mit den Heranwachsenden nach der Europäischen Datenschutzgrundverordnung haben und dann ist ja die Frage, unter welcher Lizenz das Bild veröffentlicht wurde.

Aber sie haben recht, belassen wir es dabei.

Einen schönen Tag noch @MDR THÜRINGEN

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