Nordhausen | Weimar Gedenken an Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora

Im früheren nationalsozialistischen Konzentrationslager Mittelbau-Dora in Nordhausen ist am Mittwoch an die Befreiung des Lagers vor 73 Jahren erinnert worden. Rund 300 Menschen haben an der Gedenkfeier teilgenommen - darunter auch sechs hochbetagte ehemalige Häftlinge aus den USA, der Ukraine, aus Frankreich und aus Deutschland. Sie legten Kränze für die Opfer nieder. Auch Vertreter von Landtag, Landesregierung, der jüdischen Landesgemeinde und des Zentralrats der Juden nahmen an dem Gedenken Teil.

Bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Lagers vor 73 Jahren sitzen mehrere ehemalige Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora in einer Reihe.
Auch ehemalige KZ-Häftlinge sind zur Gedenkfeier angereist. Bildrechte: MDR / Sebastian Jakob

Von den 60.000 Häftlingen, die im Konzentrationslager unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten, überlebte ein Drittel nicht. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mahnte anlässlich des Gedenkens, bei der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen nicht nachzulassen. Es sei wichtig, die Zeitzeugen zu hören, damit sich die Gräuel nicht wiederholten. Er rief zudem zu Wachsamkeit auf, damit Neonazis und Menschen mit rechter Gesinnung ihre Parolen nicht hinausschreien können.

Das Konzentrationslager wurde im Sommer 1943 eingerichtet. Die Häftlinge mussten in Mittelbau-Dora in unterirdischen Stollen unter unmenschlichen Bedingungen die Raketen V1 und V2 bauen. Am 11. April 1945 hatten US-Truppen das Lager erreicht.

Auch im einstigen Konzentrationslager Buchenwald wurde am Mittwoch an die Befreiung des Lagers erinnert.

Menschen legen an der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Kränze nieder.
Zum Gedenken an die Opfer wurden Kränze niedergelegt. Bildrechte: MDR / Sebastian Jakob

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 11. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2018, 16:09 Uhr

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17 Kommentare

14.04.2018 13:43 Eulenspiegel 17

Hallo Querdenker 16
„Deutschland ist wohl einer der Länder, wo es (zum Glück) am wenigsten wahrscheinlich ist, dass sich diese Gräuel wiederholen.“
Lange Zeit war ich auch davon überzeugt. Aber in den letzten Jahren habe ich da massive Zweifel bekommen.

13.04.2018 11:09 Querdenker 16

Zitat: „Es sei wichtig, die Zeitzeugen zu hören, damit sich die Gräuel nicht wiederholten.“

Deutschland ist wohl einer der Länder, wo es (zum Glück) am wenigsten wahrscheinlich ist, dass sich diese Gräuel wiederholen.

Im Zusammenhang mit dem Gedenken sollte man darauf hinweisen, dass es immer noch Konzentrationslager und sogar Vernichtungslager auf der Welt gibt. Und zwar im kommunistischen Nordkorea. (siehe „focus Wärterin berichtet aus Nordkoreas Todeslagern“ und „uni-heidelberg Die Konzentrationslager in Nordkorea Vernichtung mit bürokratischer Effizienz?“) Das wissen nämlich zu viele Bürger nicht.

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