Mittelbau-Dora Sprengstoff in Thüringer KZ-Gedenkstätte gefunden

Ein im Januar im Eingangsbereich der Thüringer Gedenkstätte Mittelbau-Dora gefundenes verdächtiges Paket soll Sprengstoff enthalten haben. Viele Fragen sind allerdings noch offen. Eine Abgeordnete der Linken nannte den Fund beängstigend. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verstärkte den Wachschutz,

Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstandes auf dem Gelände der Gedenkstätte Mittelbau-Dora ermittelt der Staatschutz. Wie die Polizei in Nordhausen am Donnerstag mitteilte, wurde er bereits im Januar entdeckt und anschließend zum Thüringer Landeskriminalamt gebracht. Untersuchungen haben nun ergeben, dass es sich um explosives Material handelt. Es werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt.

15-jähriger Junge findet den Gegenstand

Der Sprengstoff war am 19. Januar von einem 15-jährigen Jungen entdeckt worden. Da der Gegenstand auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora lag, könne ein politisches Motiv nicht komplett ausgeschlossen werden, so eine Polizeisprecherin. Die Ermittlungen des Staatsschutzes der Kriminalpolizei Nordhausen dauern an. Der Fundort liegt laut Polizei abseits des ehemaligen Hauptlagers. Wann, warum und von wem das explosive Material abgelegt wurde, ist bislang unklar. Offen ist auch die Frage, worum es sich bei dem Gegenstand genau handelte. Eine Weltkriegsbombe ist es laut Polizei nicht.

Stiftung: "Sprengkörper mit ernst zu nehmender Wirkung"

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora bestätigte am Donnerstag, dass es sich bei dem Fund "um einen zündfähigen Sprengkörper mit ernst zu nehmender Wirkung" handele. Der Wachschutz sei verstärkt worden.

Die kulturpolitische Sprecherin der Linken im Thüringer Landtag, Katja Mitteldorf, nannte den Fund beängstigend. Bereits die wiederholten Schändungen in Mittelbau-Dora, aber auch anderer Gedenkstätten, zeigten der Gesellschaft, dass Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit gegenüber Antisemitismus und Rassismus als demokratischer Konsens verteidigt werden müsse.

Katja Mitteldorf (Die Linke)
Die Landtagsabgeordnete Katja Mitteldorf (Linke) Bildrechte: MDR/Katja Mitteldorf

Konzentrationslager Mittelbau-Dora

Das Konzentrationslager Dora war am 28. August 1943 bei Nordhausen als Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet und im Herbst 1944 als KZ Mittelbau reorganisiert worden. In dem Lager waren etwa 60.000 Häftlinge aus 48 Nationen inhaftiert. Ein Drittel starb wegen der inhumanen Arbeits- und Lebensbedingungen etwa bei der Produktion von V2-Raketen in unterirdischen Stollen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Februar 2020 | 16:30 Uhr

24 Kommentare

Rotti vor 39 Wochen

Das ist richtig. Schwarz - Gelb hat da große Fehler gemacht. In den letzten fünf Jahren wäre ein Umsteuern möglich gewesen. In Sachsen-Anhalt hat das der CDU - Innenminister erkannt. Und er hat sich schon zu schwarz - roten Zeiten für einen anderen Kurs erfolgreich eingesetzt. Leider hat Thüringen da wohl andere Prioritäten gesetzt. Geht ja auch nur um den Schutz der eigenen Bevölkerung. Aber was schreibe ich, in Kitas und Schulen geht das ja weiter (MDR hatte berichtet).

JanoschausLE vor 39 Wochen

Nun, dafür hat die AfD aber die wenigsten akademischen Wähler, weil diese am ehesten die Rethorik der "Akademiker-Partei" durchschauen... Leider bilden die meisten AfD-Wähler "Menschen mit mittlerer oder niedrigerem Bildungsstand" (Statistik), was ich auch als Folge der Einsparungen in der Bildungspolitik durch konservative Regierungen in den Landerebenen sehe,sowie aus mit ihrer Lebenssituation unzufriedenen Menschen. In Thüringen hat die AfD besonders in den Wahlkreisen viele Wähler, wo die Treuhand einst mächtig viel Arbeitsplätze vernichtet hat und die Leute keine Perspektive sehen...

JanoschausLE vor 39 Wochen

Na, da fangen wir bei bei den Peppern, Identitäten, Redelsführern, wie Bachmann, Höcke und Konsorten an... Hätte der absolut größte Teil der Bevölkerung nichts dagegen...

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