Medien Stadt Nordhausen sperrt Online-Zeitung NNZ für Mitarbeiter

Die Stadtverwaltung Nordhausen hat die lokale Nachrichtenseite NNZ-online auf den Rechnern ihrer Mitarbeiter sperren lassen. Stadtsprecher Lutz Fischer sagte MDR THÜRINGEN, es handele sich um eine interne Regelung, die nicht weiter kommentiert werde. Beim Versuch, die Seite von einem Computer der Stadt aus aufzurufen, erscheint statt der Inhalte von nnz-online.de dieser Text:

Die Stadtverwaltung arbeitet täglich für eine bessere Stadt Nordhausen und als 'Ort der Vielfalt' insbesondere für Toleranz und Respekt sowie gegen Vorurteile, Hass und Hetze. Für seriöse Berichterstattung im Rahmen des Pressegesetzes nutzen Sie mit Ihrem städtischen PC zu Dienstzwecken bitte TA, MDR, etc. oder die städtische Homepage. Mit freundlichen Grüßen, Kai Buchmann

Nachricht auf PC der Stadt Nordhausen beim Aufrufen der Seite nnz-online.de

Herausgeber wittert "Retourkutsche"

NNZ-Herausgeber Peter Greiner sagte MDR THÜRINGEN, er sehe in der Sperrung eine Retourkutsche des Oberbürgermeisters. Er und ein NNZ-Redakteur seien von Buchmann wegen Geheimnisverrats angezeigt worden, weil sie aus einem Anti-Korruptionsbericht der Stadt zitiert haben sollen. Das Verfahren war Ende 2020 eingestellt worden. Etwa zeitgleich habe man von der Stadt plötzlich keine Pressemitteilungen mehr erhalten. Mit der politischen Ausrichtung der Onlinezeitung habe das nichts zu tun, so Greiner. Er sei geborener DDR-Bürger und sage, was er denke.

Startseite der NNZ-Online.
Startseite der NNZ-Online. Bildrechte: Lukas Schliepkorte

Oberbürgermeister Buchmann habe die NNZ vor seiner Wahl im Oktober 2017 mehrfach gelobt, so Greiner. Allerdings habe die NNZ während der Amtszeit von Buchmann detailliert über den Streit um den nicht veröffentlichten Anti-Korruptionsbericht berichtet. Der Bericht bezieht sich auf die Zeit vor der Wahl Buchmanns im Jahr 2017.

Fraktionen kritisieren Sperrung des Onlinedienstes NNZ

Die Sperrung der Online-Zeitung NNZ auf den Rechnern der Stadtverwaltung hat bei den Fraktionen im Nordhäuser Stadtrat Kritik hervorgerufen. SPD Fraktionschef Hans Georg Müller sagte, Kommunikation dürfe nicht behindert werden. CDU-Fraktionschef Steffen Iffland teilte mit, öffentliche Verwaltungen müssten kritische Fragen aushalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 06. Januar 2021 | 17:30 Uhr

25 Kommentare

ElBuffo vor 1 Wochen

Irgendwelche Probleme mit dem Raum-Zeit-Kontinuum? Wann die, wenn auch größte und schönste, DDR, die es jemals weltweit gab, existierte, ist Ihnen noch geläufig? Und noch vor diesen Lieferungen an beide Kriegsparteien, wollen Sie noch eine ganz andere Lücke sehen? Die für den Weltfrieden stehende DDR hat mit ihren Lieferungen an zwei Kriegsparteien jedenfalls keinen Beitrag zum Weltfrieden geleistet. Da spielt es auch überhaupt keine Geige, was 20 Jahre später los war. Und dass der Westen böse und schlecht war, wurde in der DDR auch oft genug erzählt. Das wussten wir also schon. Aber kein Grund genauso zu sein. Man wollte ja anders und besser sein. Wurde jedenfalls ständig propagiert. Womit wir langsam den Bogen zurück zum Thema hinbekommen.

ElBuffo vor 1 Wochen

Stellt sich nur die Frage, warum dann nicht konsequenterweise alle Medien gesperrt wurden. Das Lesen einer Zeitung oder Radio hören müsste dort dann auch noch verboten werden. Es sei denn der OB begutachtet das vorher und gibt es zur Nutzung frei. Er gibt also die genehme Meinung vor. Das wäre sicher für alle das beste. 🤔

lobo56 vor 1 Wochen

Die Lücke klaffte ganz woanders..
Der letzte Irakkrieg ist aufgrund falscher Behauptungen entfesselt worden, was zu einem Flächenbrand im nahen Osten bis heute geführt hat. Und zwar nicht durch Lieferungen von Lkw !

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