Ein Feuerwehrwagen steht neben mehreren Baggern auf einer Baustelle.
Nicht nur Bagger rückten zum symbolischen Baustart an, sondern natürlich auch die Feuerwehr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was lange währt ... 13 Jahre nach Beschluss: Symbolischer Baustart für Feuerwache in Nordhausen

Feuchte Keller, verschlissene Technik, zu geringe Durchgangshöhen und unzureichende sanitäre Anlagen - das soll für Feuerwehrleute in Nordhausen bald Geschichte sein: In der Zorgestraße entsteht eine neue Wache.

Ein Feuerwehrwagen steht neben mehreren Baggern auf einer Baustelle.
Nicht nur Bagger rückten zum symbolischen Baustart an, sondern natürlich auch die Feuerwehr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Vergleich mit dem schier ewig unfertigen Berliner Großflughafen BER drängt sich förmlich auf: In Nordhausen ist 13 Jahre nach einem Grundsatzbeschluss am Freitag der erste symbolische erste Spaten für eine neue zentrale Feuerwache gestochen worden. Ende 2021 sollen 150 hauptamtliche und ehrenamtliche Feuerwehrleute einziehen können. In dem Gebäude sollen die Berufsfeuerwehr und die freiwillige Feuerwehr künftig unter einem Dach untergebracht werden.

In den alten Wachen können aktuelle Arbeitsschutzbestimmungen nicht mehr eingehalten werden. Die Berufsfeuerwehr nutzt eine Wache aus dem Jahr 1936. Hier sind Durchfahrtshöhen und -breiten zu gering für aktuelle Feuerwehrfahrzeuge. Auch andere Wachen entsprechen nach Angaben der Stadt nicht mehr dem heutigen Standard. So seien Kellerräume feucht und die technische Ausstattung verschlissen.

18 Millionen Euro Gesamtkosten

Der Neubau am ausgewählten Standort ist nach Angaben der Kommune die wirtschaftlichste Variante, um den Anforderungen der Feuerwehr gerecht zu werden und Arbeitsbedingungen zu bieten. Die Gesamtkosten sind aktuell mit 18 Millionen Euro veranschlagt. Im Oktober des vergangenen Jahres stimmte der Stadtrat dem Neubau der Nordhäuser Feuerwache in der Zorgestraße 1 zu. Im Juli 2019 genehmigte das Bauordnungsamt der Stadt Nordhausen das Projekt.

Entwurfsgrafik für die neue Feuerwache in Nordhausen.
Entwurfsgrafik für die neue Feuerwache in Nordhausen. Bildrechte: MDR/Stadtverwaltung Nordhausen

An der Standortsuche waren das Thüringer Innenministerium, das Landesverwaltungsamt sowie das Landratsamt Nordhausen und die Stadt Nordhausen beteiligt. Zwischenzeitlich sollte die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen das Vorhaben betreuen. Nach längeren Verhandlungen übernahm die Stadt Nordhausen die Rolle der Bauherrin doch selbst.

Erster Entwurf fiel durch

Für das neue Gebäude wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Der favorisierte Entwurf fiel jedoch bei einer fachtechnischen Stellungnahme des Landratsamtes Nordhausen durch. Auch das Thüringer Landesverwaltungsamt kritisierte die Pläne. Die Argumente der Kritiker: Der Entwurf würde zu groß ausfallen, zu viel Fläche in Anspruch nehmen und zu teuer sein. Daraufhin wurde der Entwurf überarbeitet. Nun ist er nicht nur finanziell machbar, sondern auch flächensparender als der erste.

Der Landkreis Nordhausen wird die neue Feuerwache mit nutzen und finanziert sie daher auch mit. Kreis und Kommune haben vereinbart, die Schlauchpflegewerkstatt mit dem Schlauchtrockenturm, die Atemschutzwerkstatt, die Elektro-Funkwerkstatt und die Feuerwehreinsatzzentrale gemeinsam zu nutzen. Dafür übernimmt der Kreis knapp 900.000 Euro der Investitionskosten. Weitere 1,5 Millionen Euro schießt das Land Thüringen zu.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2019, 16:43 Uhr

1 Kommentar

Gustaf vor 1 Wochen

Ein Vergleich von Birnen mit Äpfeln? Wenn man plant und dann irgendwann baut ist das eine Sache. Wie bei vielen Verkehrsprojekten zum Beispiel. Stichwort Klagen. Am BER BAUT man aber seit September 2006. Im übrigen der Lacher Weltweit und ein Armutszeugnis für eine, so wird ja immer gesagt, Industrienation dieser Welt.

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