Mittelbau-Dora Sprengsatz in Gedenkstätte ist Eigenbau

Blick auf den Eingangsbereich und zur Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Blick auf den Eingangsbereich und zur Gedenkstätte Mittelbau-Dora Bildrechte: imago images/opokupix

Bei dem nahe der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen gefundenen Sprengkörper handelt es sich nach Angaben der Polizei "augenscheinlich" um einen selbstgebastelten Feuerwerkskörper mit Zündschnur. Das Objekt hätte beim Entzünden zu massiven Verletzungen am Körper führen können, hieß es am Freitag. Konkrete Hinweise auf ein politisches Tatmotiv gebe es derzeit nicht.

Aufgrund der Nähe zur Gedenkstätte sei auch der Staatsschutz eingeschaltet worden. Die Ermittlungen richteten sich gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Spezialisten werteten derzeit noch weitere Spuren aus, sagte eine Polizeisprecherin.

Fund nahe der Gedenkstätte

Vor fünf Wochen am 19. Januar hatte ein 15-jähriger Junge in der Nähe der Gedenkstätte den verdächtigen Gegenstand entdeckt. Der Vater des Jungen gab das Päckchen bei der Polizei Nordhausen ab. Die Polizei geht davon aus, dass es einige Wochen am Fundort lag. Wegen der örtlichen Nähe zu einem stillgelegten Anhydrit-Tagebau war auch vermutet worden, es könne sich um alten Industriesprengstoff handeln. Das habe sich nicht bestätigt, so die Polizei.

Mittelbau-Dora war ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Über 60.000 Menschen vor allem aus Polen, der Sowjetunion und Frankreich, wurden gezwungen, hier zwischen 1943 bis 1945 unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten. Jeder dritte von ihnen starb. Auf den Fund vor fünf Wochen und die andauernden Ermittlungen war am Donnerstag aufmerksam gemacht worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Februar 2020 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2020, 17:59 Uhr

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