Nordhausen Entlassener KZ-Gedenkstättenleiter verzichtet auf Wiedereinstellung

Anfang 2015 übernahm Historiker Stefan Hördler die Leitung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, im Frühling dieses Jahres wurde er entlassen. Nun hat der Prozess vor dem Arbeitsgericht Erfurt begonnen.

Stefan Hördler vor der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Stefan Hördler gilt als Experte für NS-Verbrechen. Bildrechte: dpa

Im Prozess um seine Kündigung hat der ehemalige Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Stefan Hördler, auf eine Wiedereinstellung verzichtet. Bei der mündlichen Anhörung am Arbeitsgericht Erfurt begründete Hördlers Anwalt den Verzicht mit einem Vertrauensverlust.

Anschließend erläuterte die Anwältin der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald/Mittelbau Dora den Kündigungsgrund. Hördler soll einer freiberuflichen Mitarbeiterin Arbeiten zugewiesen haben, die nicht vom Werkvertrag abgedeckt waren. Die Rentenversicherung hatte die Mitarbeiterin daraufhin zur abhängig Beschäftigten erklärt. Wenn alle freien Mitarbeiter sich als abhängig Beschäftigte einklagen könnten, wäre die Stiftung am Ende, so die Anwältin. Hördler streitet allerdings ab, überhaupt für den vierwöchigen Werkvertrag zuständig gewesen zu sein.

Für eine fristlose Kündigung reichen die Gründe, die von der Stiftung genannt werden, laut Ansicht der Richterin nicht aus. Damit steht Hördler eine Abfindung zu. Über die Höhe soll am kommenden Freitag entschieden werden.

Einem Vergleich haben beide Seiten nicht zugestimmt. Das Arbeitsgericht hat ein Urteil für den 8. November angekündigt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. November 2019 | 16:00 Uhr

2 Kommentare

Udo vor 29 Wochen

Beschäftigung in einem gestörten Klima ist aber auch nur was für starke Nerven.

Rychlik vor 29 Wochen

den meisten ist Beschäftigung lieber als Abfindung - irgendwann ist das Geld und die (täglichen) sozialen Kontakte weg

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