Landgericht Mühlhausen Schwarzarbeit im großen Stil: Urteil gegen Nordhäuser Firmenchef

Das Landgericht Mühlhausen hat einen Ex-Firmenchef wegen Schwarzarbeit in großem Stil zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 61-Jährige muss als Auflage außerdem 10.000 Euro an das Deutsche Rote Kreuz und das Kinderhilfswerk "Plan" zahlen. Der Mann hatte am Donnerstag die Vorwürfe erstmals zugegeben.

Mehr als 600 Arbeiter illegal beschäftigt

Bauarbeiter schieben auf einer Baustelle heißen Asphalt
Über 600 Arbeiter hatte der Chef einer Jobvermittlung illegal an Baustellen vermittelt. Bildrechte: dpa

Demnach hat er zwischen 2006 und 2008 als Chef einer Jobvermittlungsfirma in Nordhausen mehr als 600 Arbeiter illegal beschäftigt und deutschlandweit auf Baustellen vermittelt. Die Richter gehen von einem Schaden von mehr als 400.000 Euro aus; im Urteil stehen 24 Fälle des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Der Zoll kam dem Geschäftsführer 2010 bei einer Durchsuchung einer anderen Firma auf die Schliche.

Geständnis führt zu Bewährungsstrafe

Weil nach Eröffnung der Anklage fast vier Jahre bis zum Prozessbeginn vergingen, sind dem Mann fünf Monate Haft als bereits verbüßt angerechnet worden. Dem Urteil waren Absprachen zwischen den Prozessbeteiligten vorausgegangen. Im Fall eines Geständnisses waren dem Geschäftsführer eine Bewährungsstrafe und die Einstellung von dutzenden Verfahren mit einem Schaden von mehr als 500.000 Euro zugesagt worden. 238.000 Euro hat er bereits nachgezahlt.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. März 2020 | 14:05 Uhr

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