Brandsatz geworfen Zwangsräumung in Nordhausen eskaliert: Polizei überwältigt Mieter

In Nordhausen ist die Zwangsräumung einer Wohnung eskaliert: Der Mieter bewarf den Gerichtsvollzieher mit einem Brandsatz, der verpuffte, und sperrte seine Nachbarin ein. Nach Stunden überwältigte ihn die Polizei.

Beamte des Spezialeinsatzkommandos der Thüringer Polizei führen einen Mann ab.
Beamte des Spezialeinsatzkommandos der Thüringer Polizei führen einen Mieter in Nordhausen ab, der sich mit Gewalt gegen seine Zwangsräumung gewehrt hatte. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

In Nordhausen hat sich ein Mieter am Mittwoch mit Gewalt gegen die Zwangsräumung seiner Wohnung gewehrt. Nach Angaben der Polizei wurde der 34 Jahre alte Mann nach mehreren Stunden in seiner Wohnung überwältigt. Er habe kurz die Tür geöffnet. Diesen Moment hätten Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Thüringer Polizei zum Zugriff genutzt. Waffen seien in seiner Wohnung nicht gefunden worden.

Zum Durchklicken: Mieter wehrt sich mit Gewalt gegen Zwangsräumung

Feuerwehrleute bei einem Einsatz
Nordhausen, Bochumer Straße, 17. Februar 2020: Vor einem Fünfgeschosser sind zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst präsent. In dem Haus hatte ein Mieter einen Gerichtsvollzieher mit einem Brandsatz in die Flucht geschlagen, der die Zwangsräumung seiner Wohnung durchsetzen wollte. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann
Feuerwehrleute bei einem Einsatz
Nordhausen, Bochumer Straße, 17. Februar 2020: Vor einem Fünfgeschosser sind zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst präsent. In dem Haus hatte ein Mieter einen Gerichtsvollzieher mit einem Brandsatz in die Flucht geschlagen, der die Zwangsräumung seiner Wohnung durchsetzen wollte. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann
SEK-Beamte mit Pistole und Wasserschlauch im Korb einer Feuerwehr-Drehleiter.
Der Mieter hat seine Nachbarin in deren Wohnung eingesperrt, indem er ihre Tür mit Gegenständen verbarrikadierte. Über den Balkon wollen die Einsatzkräfte die Frau retten: Im Korb einer Feuerwehr-Drehleiter nähern sich zwei Beamte des Spezialeinsatzkommandos dem Balkon der Frau. Ein Beamter hält eine Pistole im Anschlag, sein Kollege einen Wasserschlauch - falls der Mieter erneut einen Brandsatz werfen sollte. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann
Notfallsanitäter begleiten eine Frau.
Die gerettete Frau stieg über die Balkonbrüstung in den Korb - bald hatte sie wieder festen Boden unter den Füßen. Die 44-Jährige kam mit Verdacht auf Schock in ein Krankenhaus. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann
Beamte des Spezialeinsatzkommandos der Thüringer Polizei führen einen Mann ab.
Nachdem die Nachbarin ihre Wohnung verlassen hatte, überwältigte das SEK den Mieter. Laut Polizei hatte er die Tür geöffnet. Den Moment hätten die Einsatzkräfte zum Zugriff genutzt. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UM 2 | 17. Februar 2021 | 14:00 Uhr

Brandsatz verpuffte statt zu explodieren

Der Mieter hatte am Mittwochmorgen im Treppenhaus mit einem Brandsatz nach dem Gerichtsvollzieher geworfen, der die Zwangsräumung durchsetzen wollte. Die brennende, mit Brandbeschleuniger gefüllte Flasche zerschellte am Boden. Zu einer Explosion kam es aber nicht, sondern nur zu einer Verpuffung und Qualmentwicklung. Laut Polizei zogen sich der Gerichtsvollzieher und die ihn begleitenden Polizisten zurück und nahmen 14 andere Hausbewohner mit ins Freie.

Nachbarin mit Feuerwehr-Drehleiter gerettet

Die direkte Nachbarin des Mannes konnte dagegen zunächst nicht mit fliehen: Der als psychisch labil und gewalttätig bekannte Mann verbarrikadierte laut Polizei die Wohnungstür der 44 Jahre alten alleinstehenden Mutter von zwei Kindern, indem er Gegenstände vor der Tür auftürmte. Gegen Mittag gelang es zwei SEK-Beamten mit vorgehaltener Waffe und Wasserschlauch, die Frau mit einer Drehleiter der Nordhäuser Berufsfeuerwehr aus dem fünften Stock zu befreien.

SEK-Beamte mit Pistole und Wasserschlauch im Korb einer Feuerwehr-Drehleiter.
SEK-Beamte mit Pistole und Wasserschlauch im Korb einer Feuerwehr-Drehleiter. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Nachbarschaft angeblich monatelang bedroht

Das Spezialeinsatzkommando war von der Nordhäuser Polizei hinzugezogen worden, ebenso eine Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamts. Zwischenzeitlich hatte sich der Mann maskiert auf seinem Balkon gezeigt. Laut Polizei hat der Mieter bereits seit Monaten im Haus randaliert und die Nachbarschaft bedroht, unter anderem mit einer Machete. Deswegen sei die Zwangsräumung angeordnet worden. Der Mieter blieb bei der Festnahme unverletzt. Ihm werden schwere Brandstiftung und Bedrohung vorgeworfen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UM 2 | 17. Februar 2021 | 14:00 Uhr

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