Unstrut-Hainich-Kreis Diedorf: Spatenstich für Wohnpark auf ehemaligem "Esda"-Gelände

Auf dem Gelände der alten "Esda"-Strumpffabrik in Diedorf im Unstrut-Hainich-Kreis soll bis 2021 ein Mehrzweckgebäude entstehen. Investor Heiko Tierling und Ministerpräsident Ramelow setzten am Mittwoch den ersten Spatenstich.

Mehrere Menschen mit Bauhelmen stehen hinter einem Sandhaufen vor einem Gebäude.
Bis Ende 2021 soll zunächst ein Mehrzweckgebäude mit 14 Wohnungen und einem Kultursaal entstehen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Auf dem Gelände der einstigen Strumpffabrik "Esda" in Diedorf im Unstrut-Hainich-Kreis soll wieder Leben einziehen. Gemeinsam mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat Investor Heiko Tierling am Mittwoch den ersten Spatenstich auf der Industriebrache gesetzt.

Große Pläne für Umbau

Bis Ende 2021 soll zunächst ein Mehrzweckgebäude mit 14 Wohnungen, einem Kultursaal und einem Küchenbereich entstehen. Dazu wird das ehemalige Sozialgebäude mit Speisesaal und Küche angebaut sowie denkmalpflegerisch saniert.

Der ehemalige Speisesaal weckt bei vielen Diedorfern Erinnerungen an ihre Zeit bei "Esda". Auch der aktuelle Bürgermeister Andreas Henning (parteilos) hat hier einst gelernt, erklärte er bei der Grundsteinlegung.

In einem alten Saal stehen Stühle auf Tischen.
Neben Wohn- und Geschäftsräumen sollen langfristig auch ein zweiter Kindergarten und ein medizinisches Versorgungszentrum für Diedorf gebaut werden. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Drei Millionen Euro investiert Tierling, der seit fünf Jahren über eine Revitalisierung des 0,9 Hektar großen Geländes nachdenkt. Auf dem Gelände voller Produktionengebäude und Werkstätten sind insgesamt acht Teilobjekte geplant.

700.000 Euro Fördermittel aus dem Stadtbauprogramm

Neben Wohn- und Geschäftsräumen sollen langfristig auch ein zweiter Kindergarten und ein medizinisches Versorgungszentrum für Diedorf gebaut werden. In die ersten 14 neuen Wohnungen, fließen 700.000 Euro Fördermittel aus dem Stadtbauprogramm. Tierling, der ein Pflegeunternehmen in der Nachbarschaft leitet, braucht sie vor allem für seine Mitarbeiter.

"Hier wird städtebaulicher Missstand beseitigt", sagte LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) unterstützte den Investor seit zwei Jahren vor allem bei der Akquise von Fördermitteln aus Töpfen von Land und Bund.

Ein altes verlassenes Fabrikgelände.
Bis 1989 waren hier bis zu 2.000 Menschen in der Diedorfer "Esda"-Strumpffabrik tätig. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Produktion 2008 endgültig eingestellt

Bis 1989 waren hier bis zu 2.000 Menschen in der Diedorfer "Esda"-Strumpffabrik tätig. Nach der Privatisierung 1989 stellte das letzte Nachfolgeunternehmen im Jahre 2008 seine Produktion ein.

Im Diedorfer  Werk ist einst die erste Kinderstrumpfhose der DDR produziert worden. Ein Strumpfmuseum erinnert bis heute an die mehr als 100-jährige Unternehmensgeschichte; das Museum soll langfristig auch einen Platz auf dem einstigen Industriegelände finden. Bis dahin müssen noch einige Gebäude abgerissen und weitere saniert werden.

Vor wenigen Tagen war ein alter Panzerschrank entdeckt worden. Auch die darin gefundenen Dokumente erzählen Geschichten aus zwei Jahrhunderten; er war vermutlich 1989 zuletzt geöffnet worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. September 2020 | 18:30 Uhr

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