Nordhausen | Mühlhausen Doppelmord an Heiligabend: Angeklagter entschuldigt sich bei Kindern

Zu Weihnachten 2018 waren die Leichen eines älteren Ehepaars in Nordhausen gefunden worden. Mit Schlafsachen bekleidet, lagen sie im Hof ihres Hauses. Dank einer DNA-Spur überführte die Polizei später den Verdächtigen. Der 57-Jährige entschuldigte sich im Prozess bei den Kindern der Toten und wartet nun auf das Urteil im Mühlhäuser Prozess.

Ein Mann sitzt neben seinem Anwalt im Gerichtssaal in Mühlhausen. Er hält sich ein Blatt Papier vors Gesicht.
Nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaars aus Nordhausen an Heiligabend hatte der Angeklagte im Prozess gestanden. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Nach dem Doppelmord an einem Rentnerehepaar an Heiligabend 2018 hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den 57 Jahre alten Angeklagten gefordert. Zudem beantragte Staatsanwältin Anja Deppe am Montag in Mühlhausen, die besondere Schwere der Schuld festzustellen und damit eine Haftentlassung nach 15 Jahren zu verhindern.

Doppelmord: Angeklagter aus Mühlhausen entschuldigt sich

Der Mann aus Nordhausen habe eine vorangegangene Körperverletzung verdecken wollen und so zwei Menschen getötet, sagte sie in ihrem Plädoyer am Landgericht Mühlhausen. Danach habe er aus der Wohnung 400 Euro fürs Weihnachtsessen entwendet. In seinem letzten Wort hatte sich der gelernte Maler und Lackierer bei den Kindern der Opfer entschuldigt. "Ich habe aber nichts weggenommen", beteuerte er.

Frau und Mann durch mehrere Messerstiche getötet

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war er am Morgen des Tattages zum Haus des Paares gegangen, um Geld zu fordern oder sich welches zu borgen. Dann sei der Streit mit dem 82-Jährigen eskaliert. Die Frau, die sich dem Angeklagten in den Weg stellte, habe er durch zwei Messerstiche in den Brustkorb getötet. Sie hatte gedroht, die Polizei zu rufen. Anschließend habe er mit einem Nackenstich den bereits durch zahlreiche Stiche schwer verletzten Ehemann getötet, hieß es.

Opfer liegen tot in Schlafkleidung im Hof

Beide Opfer wurden damals tot im Hof ihres Grundstücke gefunden - noch mit Schlafsachen bekleidet. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, die den späteren Angeklagten zunächst als Zeugen befragte und vier Tage nach der Tat als Beschuldigten festnahm. DNA-Spuren und ein Kratzer im Gesicht hatten ihn verraten. Er bestritt schon damals, die Wohnung durchsucht und etwas mitgenommen zu haben. Ein Umschlag mit 4500 Euro Bargeld war beispielsweise unentdeckt geblieben.

Urteil im Mühlhäuser Mordprozess noch im Januar erwartet

Die Nebenkläger schlossen sich im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft an, sprachen aber von Doppelmord aus Habgier und Grausamkeit. Der Verteidiger plädierte ebenfalls auf lebenslange Haft, ohne die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Sein Mandant habe die Tötung zugegeben und dabei die Verdeckung einer Straftat als Motiv angegeben. Das Urteil der Richter soll am 24. Januar verkündet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 13. Januar 2020 | 18:15 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 24 Wochen

Lebenslang ist noch zu kurz für ein so abscheuliches Verbrechen.

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