Besucher betrachten im Panorama Museum in Bad Frankenhausen das Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland« von Werner Tübke. 2009
Besucher im Panorama-Museum in Bad Frankenhausen vor dem Monumentalgemälde "Frühbürgerliche Revolution in Deutschland" von Werner Tübke. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Geschichte Mühlhausen will mit "Fake-News" zum Bauernkrieg aufräumen

Schluss mit "Fake-News" zum Bauernkrieg: Anlässlich der Landesaustellung zum 500. Jubiläum des Krieges wollen die Mühlhäuser Museen mit Falschmeldungen aufräumen, die bis heute in Geschichtsbüchern zu finden sind.

Besucher betrachten im Panorama Museum in Bad Frankenhausen das Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland« von Werner Tübke. 2009
Besucher im Panorama-Museum in Bad Frankenhausen vor dem Monumentalgemälde "Frühbürgerliche Revolution in Deutschland" von Werner Tübke. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Fünfhundert Jahre nach dem Bauernkrieg wollen die Mühlhäuser Museen mit Falschmeldungen zu dem Ereignis aufräumen. Museumsdirektor Thomas T. Müller sagte anlässlich der Buchpremiere "Reformation und Bauernkrieg" am Donnerstag, dass bis heute gefälschte Meldungen in Geschichtsbüchern zu finden seien.

Als Beispiel nannte Müller die Geschichte von aufgehängten Mönchen des Klosters Volkenroda im heutigen Unstrut-Hainich-Kreis 1525 durch aufständische Bauern. Auch das Schwert Thomas Müntzers habe sich als Fälschung erwiesen. Das Schwert befindet sich in den Sammlungen in Dresden, in Mühlhausen existiert eine Kopie. Museumsdirektor Müller sagte, Müntzer könne das Schwert nicht in den Händen gehabt haben, weil die Griffform erst 100 Jahre später aufgetaucht sei und sich auf der Klinge ein Runenkalender befinde, der erst nach Müntzer entstanden sei.

Müller zufolge sollen an dem Projekt Historiker aus ganz Deutschland, der Schweiz und Frankreich mitwirken. Neu ist unter anderem, dass nicht mehr von dem einen Bauernkrieg in Nordthüringen, sondern von zahlreichen Bauernkriegen und Aufständen im deutschen Raum ausgegangen wird.

Die Mühlhäuser Museen richten die Landesausstellung zum 500. Jubiläum des Bauernkrieges 2025 aus. Das neue Buch "Reformation und Bauernkrieg" basiert auf einem Forschungsprojekt der Universität Jena zur Reformationsbewegung.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten Nordthüringen | 21. Juni 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 10:38 Uhr

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4 Kommentare

23.06.2019 17:12 Klartext 4

Jeder Krieg wird mit vielen Lügen gerechtfertigt,ob vorher oder nachher spielt für die Toten keine Rolle mehr.Beispiel Irakkrieg,ich warte bis heute auf die Beweise für die angeblichen Chemiewaffen. Nächstes Beispiel,die Lüge über den Angriff in der Tonking-Bucht als Vorwand für den Vietnamkrieg.Beispiel 3,die Lügen über die Angriffe des Iran,es sieht hier eher nach CIA-Inzenierung aus.

23.06.2019 12:25 Galileo Galilei 3

Die "Geschichte" wird immer aus der Sicht der jeweils Mächtigen erzählt.
Egal, ob es Kleriker waren oder Nichtkleriker, immer erfolgte die Darstellung gemäß des eigenen Weltbildes.

Daran hat sich bis jetzt nichts geändert.

Nur verbreiten sich
heute Verschwörungserzählungen schneller. Wahrer und wahrhaftiger werden sie dadurch auch nicht.

Lediglich wird keiner mehr exkommuniziert.

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