Flugzeugwrack Ballhausen: Austellung über Schicksal von Piloten im 2. Weltkrieg

Eine Ausstellung informiert ab Sonntag in Ballhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) über die Schicksale von im zweiten Weltkrieg verunglückten Piloten in der Region. Wie René Schütz von der ehrenamtlichen Vermisstensuche MDR THÜRINGEN sagte, sind neben einem gut erhaltenen Flugzeugwrack weitere historische Exponate wie Uniformen und Briefe von Angehörigen der Piloten zu sehen. Schautafeln sollen die Geschichten von Einzelschicksalen erzählen.

Im Juni vergangenen Jahres war bei Ballhausen eine abgestürzte Maschine vom Typ Messerschmitt gefunden und anschließend von Ehrenamtlichen freigelegt worden. Laut dem Landesamt für Denkmalpflege befindet sie sich in einem ungewöhnlich guten Zustand.

Ballhausen Flugzeugwrack aus einer vergangenen Zeit

Keine Technikpräsentation, sondern eine Mahnung - Zwei Thüringer haben die Trümmer einer alten Weltkriegsmaschine geborgen - und in einer Scheune wieder zusammengesetzt.

René Schütz und Thorben Ehmer
René Schütz und Thorben Ehmer haben das abgeschossene Flugzeugwrack in ihrer Freizeit gesucht und geborgen. Schließlich haben sie auch die Ausstellung als Mahnung gegen Krieg entwickelt.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
René Schütz und Thorben Ehmer
René Schütz und Thorben Ehmer haben das abgeschossene Flugzeugwrack in ihrer Freizeit gesucht und geborgen. Schließlich haben sie auch die Ausstellung als Mahnung gegen Krieg entwickelt.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Foto eines gefallenen Soldaten
Es handelt sich nicht um eine Technikpräsentation, sondern um eine Mahnung gegen Krieg und ein Gedenken an die Opfer der Luftkämpfe des Zweiten Weltkriegs. Es werden 75 einzelne Schicksale von getöteten Piloten und Flugzeugbesatzungen mehrerer Länder vorgestellt.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Menschen vor einer Scheune
Die Scheune in Ballhausen im Unstrut-Hainich-Kreis hat der Förderverein hergerichtet, damit die Ausstellung einziehen kann. Die Ausstellung ist nach telefonischer Voranmeldung zu sehen. Außerdem sollen Schulklassen eingeladen werden. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Besucher der Ausstellung
Die Scheune in Ballhausen im Unstrut-Hainich-Kreis hat der Förderverein hergerichtet, damit die Ausstellung einziehen kann. Die Ausstellung ist nach telefonischer Voranmeldung zu sehen. Außerdem sollen Schulklassen eingeladen werden.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Besucher vor einem Flugzeugwrack
Knapp zehn Meter Spannweite: Bei dem Flugzeugwrack handelt es sich um das Standardjagdflugzeug der Deutschen Wehrmacht, die Messerschmitt Me 109. Der Jäger wurde im Luftkampf über Ballhausen abgeschossen Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Ein Rad vom Fahrwerk des Flugzeuges
Auch ein Rad des Einziehfahrwerks ist noch sehr gut erhalten.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Ein Drahtcontainer voller Wrackteile
Bei der Bergung wurden etwa 1,8 Tonnen Übereste des Flugzeugs geborgen. Insgesamt hatte es einst rund 1,9 Tonnen gewogen.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Ein Flugzugwrack aus dem zweiten Weltkrieg steht auf einem Fußboden.
Ein riesiges Puzzle: Fast 400 einzelne Fundstücke des Flugzeugs haben die Finder akribisch erfasst. Alle wurden nummeriert. Bildrechte: MDR/ Karsten Heuke
Motor und Propeller
Am imposantesten sind der massige Motor und der Propeller.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
Modell eines einmotorigen Flugzeuges
Vermutlich wurde der einsitzige Jagdflieger 1944 abgeschossen, so sieht er im Modell aus. Zeitzeugen hatten die Finder auf die Spur gebracht, sie hatten als Kinder den Absturz beobachtet. Der Pilot ist allen Erkenntnissen zufolge vor dem Absturz abgesprungen und konnte sich somit retten.  Bildrechte: MDR/Karsten Heuke
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Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | THÜRINGEN JOURNAL | 13. September 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Matthi vor 5 Wochen

Es ist schön das es Leute gibt die die Erinnerung des Leidens Deutscher Soldaten am Leben erhält. Sie wurden Eingezogen und mussten kämpfen und sind für eine deutsche Regierung gestorben.

Lothar Thomas vor 5 Wochen

Schön wenn die Maschine geborgen ist und wenn sich der Pilot auch noch retten konnte.

Besser, als noch Überreste zu finden.

Trotzdem ist es eine große Aufgabe, das auch fachlich ordentlich zu sortieren und einzuordnen was gehört wo hin.

Wenn es mir die Zeit erlaubt, werde ich versuchen DAS Ganze auch einmal anzuschauen.

Schade meinen Vater hätte das Projekt auch gereizt zu sehen.

Ich muss dazu sagen, mein Vater war auch bei der Großdeutschen Luftwaffe, aber im Stuka Geschwader "Immelmann".

Er hatte mir viel über die Fliegerei erzählt, aber dafür durfte ich nicht einmal den Segelflugschein bei der GST machen.

Ich habe auch noch Erinnerungen, wie seinerzeit Offiziere der NVA öfters bei uns zu Hause waren und meinen Vater als Ausbilder für die DDR Luftstreitkräfte werben wollten.

Ich kann den Leuten in Ballhausen nur viel Glück wünschen bei ihrer Arbeit, oder in der Fliegersprache "Hals- und Beinbruch".

Mein Vater sagte immer, "Oben geblieben ist noch keiner".


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