Stadtrat stimmt Mehrausgaben zu Neues Freibad in Mühlhausen wird deutlich teurer

Der Bau des neuen Freibads in Mühlhausen soll fast eine Million Euro teurer werden als geplant. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit Mehrausgaben von 990.000 Euro zugestimmt. Bürgermeisterin Beate Sill (parteilos) sagte, Mehrkosten sollten aus zusätzlichen Landeszuweisungen finanziert werden.

In der Vorlage der Stadtverwaltung für den Stadtrat heißt es, der Landtag wolle ein Investitionspaket für die Kommunen beschließen. Die Finanzspritze solle als Pauschale nach Einwohnerzahl ausgezahlt werden. Mühlhausen könne damit über knapp 1,6 Millionen Euro vom Land zusätzlich rechnen.

Webcam-Foto der Baustelle des Freibades in Mühlhausen.
Webcam-Foto der Baustelle des Freibades in Mühlhausen am 6. März 2020. Bildrechte: Stadtverwaltung Mühlhausen

Wie die Stadt die Mehrkosten begründet

Die Stadt begründet die neue Kalkulation von 7,2 Millionen Euro mit zusätzlichen Kosten für die Freiflächen und Technik. So habe sich eine Entwässerungsleitung als marode erwiesen und ersetzt werden müssen. Nach der zwischenzeitlich gefällten Entscheidung, das Freibad von den städtischen Wirtschaftsbetrieben betreiben zu lassen, müssten die Steuerungs- und Kassentechnik des Freibads an die Systeme der Firma angeschlossen werden. Die Wirtschaftsbetriebe betreiben in Mühlhausen die Thüringentherme. Laut Stadt wurde außerdem vorsorglich ein finanzieller Puffer von 240.000 Euro eingerechnet, falls ausstehende Ausschreibungen mit höheren Preisen enden.

Das Freibad soll im Juni neu eröffnet werden. Von den bisherigen Kosten von 6,2 Millionen Euro fördert das Land 2,6 Millionen Euro. Am Standort des 2010 geschlossenen Freibades werden derzeit ein Sport - und ein Erlebnisbecken sowie ein Becken für den Sprungturm gebaut.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten Nordthüringen | 06. März 2020 | 08:30 Uhr

8 Kommentare

Grosser Klaus vor 39 Wochen

Der Bau bzw. der Umbau eines vorhandenen Bades in ein Naturbad ist oft kostengünstiger als der Bau eines konventionellen Schwimmbades. Hinzu kommen eine sehr ansprechende Optik und oftmals geringere Unterhaltungskosten in der Folgezeit. Naturbäder sind also gegenüber herkömmlichen Schwimmbädern sowohl ökonomisch als auch ökologisch im Vorteil. Dies hätte man als Stadtverwaltung wissen müssen.

martin vor 39 Wochen

Entschuldigung, aber ich muss jetzt einen Hinweis auf die Millionenbeträge für den Oberhofer-"Winter"-Sport loswerden. Konzentrierte Fördermittelbewilligung ist nicht automatisch besser als Gießkanne. Oberhof ist für mich der Gegenbeweis, dass aus in den Sand gesetzten Unsummen etwas gelernt wird.

JanErfurt vor 39 Wochen

Danke martin für die Klarstellung. Leider gibt es genügend Menschen, die glauben, dass im öD nur Döddel beschäftigt werden, die sich noch nicht einmal mit den Grundrechenarten auskennen. Dabei kommt man mit ein wenig Überlegen selber auf die Antwort. Leider ist das Gefühl der Empörung bei vielen Menschen stärker als das Gefühl des Nachdenkens und Überlegens. Aber sei es darum. Man gewöhnt sich an alles.

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