Personalprobleme der Thüringer Parteien Wenn man mehr Stimmen als Kandidaten hat

Nachrücken geht nicht, die Sitze bleiben leer. So erging es dem Bürgerbündnis für Schlotheim Obermehler, das am Sonntag mehr Stimmen bei der Stadtratswahl bekam, als es Kandidaten hatte. Kein Einzelfall.

Das Bürgerbündnis für Schlotheim Obermehler (BSO) kann für den Stadtrat in Schlotheim keine weiteren Kandidaten nachrücken lassen. Das sagte die Kreiswahlleiterin des Unstrut-Hainich-Kreises, Dorothee Demme, MDR THÜRINGEN. Die BSO hatte bei den Stadtratswahlen 23 Prozent der Stimmen und vier Mandate erhalten, aber nur zwei Kandidaten für den Stadtrat benannt. Die restlichen zwei Sitze bleiben jetzt leer.

Auszählung von Stimmzetteln der Kommunalwahl in einem Wahllokal.
Auszählung von Stimmzetteln der Kommunalwahl in einem Wahllokal (Symbolbild). Bildrechte: imago images / Mario Hösel

Der Vorsitzende des BSO, Stephan Isenhuth, sagte MDR THÜRINGEN, er selbst habe sich für Schlotheim nicht aufstellen lassen können, weil er in Obermehler wohnt. Die BSO wendet sich gegen eine Reifenverwertungsanlage in Schlotheim, kämpft für weniger Unterrichtsausfall in der Schule und hatte sich gegen Pläne gewandt, das Flüchtlingswohnheim in Obermehler auf 1.000 Plätze auszubauen.

Auch die AfD hat Personalprobleme

Ähnliche Probleme mit nicht genutzten Mandaten gibt es nach der Kommunalwahl auch in Bad Salzungen und Wutha im Wartburgkreis. Auch dort bleiben Sitze, die in diesen Fällen die AfD errungen hatte, mangels Kandidaten leer. Der Pressesprecher der Thüringer AFD, Torben Braga, sagte MDR THÜRINGEN, dass die Partei im Einzelnen noch keinen Überblick habe, wo man mehr Sitze errungen habe als Bewerber zur Verfügung standen. Zur Zeit habe die AfD in Thüringen 1.233 Mitglieder und man habe geahnt, dass man eventuell zu wenige Kandidaten aufstellen könne. Braga gab auch zu bedenken, das es relativ viel Mut erfordere, für die AfD zu kandidieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Regional | 28. Mai 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2019, 15:24 Uhr

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1 Kommentar

30.05.2019 15:12 Reiner Schwing 1

Bei uns in Baden Württemberg wurde parallel zur Europawahl Komunalwahlen durchgeführt. Bei 34 zu vergebenden Sitzen kandidierten über 100 Bewerber , das hat bei uns Tradidtion. Eine Situation wie in Thü- ringen ist nicht denkbar. Daß Mitglieder der AfD sich scheuen zu ihrer Partei zu bekennen ist auch bei uns gleich. In unserer Stadt mit 23000 EW gibt es keinen AfD Ortsverein und damit keine Kandidaten für den Stadtrat,
bei der Kreistagswahl bekam die SPD 38%.

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