Rentnerehepaar getötet Prozessauftakt nach Doppelmord in Nordhausen

Gerichtsreporterin Cornelia (Conny) Hartmann vom MDR THÜRINGEN JOURNAL
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Heiligabend 2018 wurden die Leichen eines Nordhäuser Ehepaares gefunden. Der 82-Jährige und seine zwei Jahre jüngere Ehefrau waren erstochen worden. Eine DNA-Spur führte die Ermittler zu einem 57-jährigen Mann. Seit Montag steht er wegen Mordes vor dem Landgericht Mühlhausen.

Ein Mann sitzt neben seinem Anwalt im Gerichtssaal in Mühlhausen. Er hält sich ein Blatt Papier vors Gesicht.
Der mutmaßliche Täter neben seinem Anwalt auf der Anklagebank. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Um 9:30 Uhr sollte der Prozess beginnen. Doch der Platz des Angeklagten blieb erst mal leer. Dafür stand ein Notarztwagen vor dem Gerichtsgebäude. Erster Verdacht, der Angeklagte habe eine Herzattacke erlitten. Doch die Retter fuhren ohne den Mann wieder weg. Das EKG war in Ordnung, es war eine Panikattacke, sagte anschließend der Verteidiger.

Mord und Körperverletzung

Eine Stunde später als geplant wurde die Anklage im Beisein des mutmaßlichen Täters verlesen. Zweifachen Mord und Körperverletzung wirft die Staatsanwältin dem Mann aus Nordhausen vor. Aus Ärger um zu geringen Lohn für kleinere Arbeiten soll der 57-Jährige das Ehepaar am Morgen des 24. Dezember aufgesucht haben. Es habe Streit gegeben, der 82-Jährige habe ein Messer in der Hand gehabt. Das habe der Angeklagte dem späteren Opfer weggenommen und den Mann dabei geschubst, heißt es in der Anklage. Aus Angst vor Entdeckung habe er erst die Frau und dann den Mann erstochen.

Sohn der Opfer vermutet Raub

Diese Version, die auf den Angaben des Angeklagten beruht, glauben die Angehörigen des getöteten Paares nicht. Der 57-Jährige sei gezielt zu seinen späteren Opfern gegangen, um diese zu berauben, sagte deren Sohn am Rande des Prozesses. Die Eltern hätten immer Geld und Wertsachen, unter anderem Goldschmuck, im Haus gehabt. Der Angeklagte habe 15 mal auf seinen Vater eingestochen und ihm noch die Kehle durchgeschnitten. Er gehe deshalb von einem geplanten Verbrechen aus Geldgier aus, so der Sohn.

Der Angeklagte sagte dazu nichts, weil es ihm aufgrund der Panikattacke nicht gut ging, so sein Anwalt. Für den nächsten Verhandlungstag kündigte der Verteidiger ein Geständnis seines Mandanten an.

Möglicherweise lebenslange Haft

Die Staatsanwältin hat in beiden Fällen Verdeckungsmord angeklagt. Welche Straftat der Angeklagte möglicherweise verbergen wollte, einen Streit oder einen Raub, ist für das Strafmaß nicht entscheidend. Wenn die Richter das Mordmerkmal "Verdeckung einer Straftat" bejahen - und keine psychischen Einschränkungen vorliegen, geht es um lebenslange Haft.

Am nächsten Montag wird weiterverhandelt. Ein Urteil in diesem Doppelmordprozess will die Schwurgerichtskammer des Mühlhäuser Landgerichts Ende Oktober verkünden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 02. September 2019 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

martin vor 49 Wochen

P.S. Auch wenn es nicht in Ihre völkisch-nationalistische Gesinnung passt : Eine Person mit deutschem Pass ist ein Deutscher.

@MDR: Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb der letzte Satz keine falsche Tatsachenbehauptung i.S.d. Kommentarrichtlinie sein soll.

martin vor 49 Wochen

@Ralf: Das KANN gar nicht sein. Wie wir doch (jenseits der staatlich gelenkten Lügenpresse) längst wissen: Messerstecher SIND IMMER die noch-nicht-so-lang-hier-Lebenden.

Jenseits der bitteren Ironie: Ich meine auch entsprechendes gelesen zu haben. Wobei ich persönlich die Herkunft der Opfer völlig egal finde.

Ralf T. vor 49 Wochen

@keine Berechtigung mehr

Soweit ich gelesen habe, ist der mutmaßliche Täter Bio- Deutscher, das männliche Opfer stammt wohl aus Ägypten und die Frau war glaub ich auch Deutsche.

Stimmt das @MDR?

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