Unstrut-Hainich-Kreis Radweg zwischen Herbsleben und Gebesee für Autos frei

von Jürgen Kolarzik

Es klingt ein bisschen nach Kapitulation, wenn Herbslebens Bürgermeister Reinhard Mascher über den Unstrut-Saale-Radweg zwischen Herbsleben und Gebesee spricht. Die Trasse zwischen den beiden Orten ist eigentlich nur für Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge frei. Weil aber die Autofahrer sich nicht an ihr Fahrverbot halten, soll der 1,8 Kilometer lange Abschnitt "entwidmet" werden, sagt Mascher. Der Gemeinderat hat das am Donnerstag entschieden.

Vor allem Pendler würden die Strecke als Abkürzung zwischen Herbsleben und Gebesee nutzen. Poller und Absperrungen hätten nichts genutzt, sie wären in der Nacht beschädigt worden, Autofahrer hätten sich einen neuen Weg an den Hindernissen vorbei übers Feld gesucht, ärgert sich der Bürgermeister. Er habe seit einiger Zeit vergeblich versucht, das Problem mit den Landesbehörden, Polizei und Landratsamt zu klären. Die Polizei könne den Radweg nach eigenen Angaben nicht bewachen. Und die Gemeinde wolle den Radweg nicht mehr für die Autofahrer instand halten.

Schlechte Zeiten also für die Radler am Unstrut-Saale Radweg? Im Gegenteil, sagt der Bürgermeister. Denn Gebesee und Herbsleben machen in Sachen Radweg jetzt gemeinsame Sache und schlagen eine Alternativroute vor. Die würde direkt an der Unstrut entlang führen. Dazu braucht es allerdings auch die Unterstützung von Land, Landratsamt und Naturschutzbehörden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 31. Januar 2020 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2020, 20:33 Uhr

9 Kommentare

beyer vor 2 Wochen

Durch ein umwidmen des Radweges ist dieser für Radfahrer nicht mehr sicher benutzbar. Das geltendes Recht nicht umgesetzt wird wissen jetzt die Autofahrer und sie werden demnach auch die Radfahrer mit zu geringen Abstand überholen - diese also gefährden. Wieso verbietet der Bürgermeister nicht gleich das Radfahren. Wäre wenigstens konsequent. Deutschland schafft sich ab.

Ms53deluxe vor 2 Wochen

Da wird EIN Radweg für Radfahrer und Landwirtschaft angelegt, und Autofahrer die Unrecht begehen, nämlich die Illegale Nutzung nicht zugewiesener Verkehrswege, lässt man gewähren bzw man kapituliert davor, anstatt aufzuzeigen dass diese Leute sich nicht an Recht und Ordnung halten. Hier wurde also Unrecht zu Recht? Ich glaube so zeigt sich wieder das die Bundesrepublik Deutschland also ein Unrechtsstaat ist. Ich hoffe sehr, dass Fördergelder die für den Bau und der einst zugewiesenen Nutzung zurück gezahlt werden müssen. Denn Fördergelder sind Zweckgebunden.

Deutschland und deine Autofahrer, wo sich 90% nicht an Regeln halten, vorsätzlich nicht Blinken bei Spurwechsel, ausparken, an parkendenden Autos spurwechselnd vorbeifahren, wo gegen Blitzer geklagt wird, obwohl man zu schnell war ... Etc etc und jetzt dieses Beispiel an dem Radweg.

der_Silvio vor 2 Wochen

Es ist aber etwas anderes, wenn Traktoren über den Weg fahren würden als PKW's, mir um eine halbe Minute zu sparen.
Radwege werden i.d.R. gebaut, damit sich Radfahrer sicher von A nach B bewegen können, ohne den Straßenverkehr zu gefährden oder selbst gefährdet zu sein.
Daß aber die Judikative und Exekutive vor den Gesetzesbrechern kapitulieren ist ein deutliches Zeichen der Schwäche und Desinteresses.

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