Kreis Eichsfeld Zwei Männer wegen Angriffs auf Journalisten angeklagt

Knapp zehn Monate nach einem gewaltsamen Übergriff auf zwei Journalisten im Eichsfeld hat die Staatsanwaltschaft Mühlhausen Anklage erhoben. Angeklagt sind zwei mutmaßliche Neonazis im Alter von 18 und 25 Jahren. Sie sollen im April letzten Jahres in Hohengandern zwei Journalisten ausgeraubt und erheblich verletzt haben.

Laut Anklage sollen sie die Journalisten aus Göttingen mit dem Auto verfolgt haben, nachdem diese das Anwesen eines Thüringer NPD-Funktionärs in Fretterode fotografiert und gefilmt hatten. Anschließend sollen sie maskiert, mit Reizgas, Baseballschläger, Schraubenschlüssel und einem Messer bewaffnet, auf die Fotografen und deren Auto losgegangen sein. Zudem sollen die Angreifer die Fotoausrüstung der Journalisten geraubt und das Auto beschädigt haben.

Einer der beiden Journalisten erlitt eine Schnittverletzung am Bein, der andere eine Platzwunde am Kopf durch einen Schlag mit einem Schraubenschlüssel. Anwohner hatten damals die Polizei alarmiert. Den beiden Angeklagten wird schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Das Verfahren soll vor der Jugendkammer des Landgerichts Mühlhausen verhandelt werden. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Ulf Walther liegen als Beweismittel unter anderem Fotos der Journalisten vor. Sie hatten die Speicherkarte mit den Fotos vor dem Übergriff aus der Kamera genommen. Walther kritisierte allerdings, dass die Fotos, die einen Maskierten mit einem Schraubenschlüssel zeigen, bereits in den Medien erschienen sind. Auf den Fotos soll der Sohn des NPD-Funktionärs zu sehen sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Februar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 09:58 Uhr

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18 Kommentare

23.02.2019 13:31 Doberlug 18

Hoffentlich kommen die rechtsradikalen Gewalttäter für den brutalen Anschlag ins Gefängnis.

22.02.2019 20:06 Dorfbewohner 17

Udo K 13

Nun ja ohne ihn vorgreifen zu wollen und strikt nach z.B .Wikipedia(...Als Migration wird eine auf Dauer angelegte räumliche Veränderung des Lebensmittelpunktes einer oder mehrerer Personen verstanden…) bedeutet "ostdeutscher Migrationshintergrund" nichts anderes als das Ostdeutsche auf westdeutschem Hoheitsgebiet oder Staatsgebiet “wandernd” um Aufnahme und ein dort Verweilen gebeten haben.

Inwieweit allerdings Grund und Boden im Fall der Ostdeutschen mit migrieren konnten, müssten ganz Schlaue noch klären. Nach jetzigen allgemein geltenden Definitionen ist es ausgeschlossen.

[MDR THÜRINGEN: Bitte kehren Sie zum Thema des Artikels zurück.]

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