Zeuge im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss
Der Zeuge war nach eigenen Angaben von 1988 bis 2007 in der rechten Szene vor allem Ostthüringens aktiv. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Umgang mit Neonazis Zeuge im Thüringer NSU-Ausschuss: Polizisten hegten Sympathien für Rechte

Bei rechten Straftaten sollen Polizisten vor allem in Ostthüringen in den 1990er-Jahren nicht so genau hingeschaut haben. Diesen Vorwurf hat ein Zeuge im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags erhoben.

Zeuge im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss
Der Zeuge war nach eigenen Angaben von 1988 bis 2007 in der rechten Szene vor allem Ostthüringens aktiv. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss im Thüringer Landtag hat ein früherer Rechtsextremer von einem "informellen Stillhalte-Abkommen" zwischen Neonazis und Polizisten in den 1990er Jahren gesprochen. In den Dörfern und kleinen Städten Ostthüringens hätten Polizisten bei rechten Straftaten oft nicht genau hingeschaut, sagte der Mann am Donnerstag vor den Abgeordneten.

"Es war jetzt nicht so eine aggressive Grundstimmung, dass man das Gefühl hatte, dass die (die Polizisten, Anm. der Redaktion) die freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigen wollten", ergänzte der Zeuge. Im Gegenzug hätten die Rechtsextremen darauf verzichtet, Polizisten zu attackieren. Zudem hätten damals viele Familienmitglieder von Polizisten und teilweise auch die Beamten selbst Sympathien für rechte Ideen gezeigt.

Zeuge von 1988 bis 2007 in rechter Szene aktiv

Der Mann war nach eigenen Angaben von 1988 bis 2007 vor allem in der rechten Szene Ostthüringens aktiv. Er saß während dieser Zeit wegen eines Banküberfalls für vier Jahre im Gefängnis. Nach seinem Ausstieg aus der rechten Szene wechselte er zu einem Rockerclub. Nach seiner Einschätzung hatten manche dieser Rockergruppen Verbindungen zu Neonazis.

Bei seinem Club sei das nicht der Fall gewesen. Viele der Führungsfiguren seines Clubs seien entweder Ausländer gewesen oder hätten einen Migrationshintergrund gehabt. Sie hätten mit aktiven Rechtsextremen nichts zu tun haben wollen. Der Ausschuss versucht seit Monaten zu klären, ob es Verbindungen von Rechtsextremen zu Rockern oder Schwerkriminellen gab.

Quelle: dpa, MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. März 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 20:45 Uhr

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4 Kommentare

15.03.2019 15:41 Daniel 4

So ein Unsinn. Warum ist dieser Nazi glaubwürdig? Mit was belegt er diese Aussage? Es gibt hunderte von Ermittlungsverfahren gg. Rechte in dieser Zeit. Oder meint man, die Rechten hätten sich damals brav nach einer Straftat gestellt und sind danach freiwillig zu Haftstrafen in die JVA.

15.03.2019 13:53 martin 3

@2 sam: Liegt das Ihrer Meinung nach daran, dass der Ausschuss keine Antworten bekommt oder er keine liefert?

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