Erfurt NSU-Untersuchungsausschuss: LKA hat uns Akten vorenthalten

Das Thüringer Landeskriminalamt hat dem NSU-Ausschuss im Thüringer Landtag Akten vorenthalten. Die Ausschussvorsitzende Dorothea Marx sagte MDR THÜRINGEN, erst jetzt seien detaillierte Unterlagen der Kriminaltechnik zu den Eisenacher Ermittlungen 2011 eingegangen. Nach ihren Angaben lagen diese Akten bisher auch weder dem Bundeskriminalamt noch im NSU-Prozess in München vor.

Dorothea Marx
Dorothea Marx (SPD) Bildrechte: MDR/ Holger John

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN handelt es sich dabei um die teilweise handschriftlichen Protokolle der LKA-Experten, die damals die Waffen aus dem ausgebrannten Wohnmobil untersucht hatten. Zudem sollen die bisher zurückgehaltenen Akten Daten zur Schmauchspuranalyse der Leichen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt enthalten. Mit ihnen könnte möglicherweise der Tod der beiden am 4. November 2011 besser rekonstruiert werden. In dem Material sind auch alle Daten der IT-Forensik zu finden. Dabei geht es um das technische Auswerten der im Wohnmobil gefundenen Mobiltelefone und Datenträger.

Der Vorgänger-Ausschuss in der vorherigen Legislaturperiode hatte von der Kriminaltechnischen Auswertung des Thüringer LKA 2013 nur wenige Blatt Papier erhalten. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN waren damals nur Gutachten an den Ausschuss weitergereicht worden. Die eigentlichen Akten wurden durch die Behörde zurückgehalten.

Ausschuss befragt Polizeibeamte zum 4. November 2011

Am Donnerstag befragte der Ausschuss mehrere Polizeibeamte, die unmittelbar vor Ort waren, als Mundlos und Böhnhardt in Eisenach tot aufgefunden worden waren. Einer der Beamten schilderte, wie ihm schnell klar geworden sei, dass die beiden keine gewöhnlichen Bankräuber gewesen seien. Eine in dem Fahrzeug sichergestellte Pistole sei mit Behördenmunition geladen gewesen, die nicht auf dem freien Markt erhältlich sei. Wenig später habe sich dann auch herausgestellt, dass sie dem 2007 in Heilbronn angeschossenen Kollegen der Polizistin Kiesewetter gehört hatte. Ein anderer Ermittler übte Kritik an einigen Details der damaligen Polizeiarbeit. So sei für ihn unverständlich gewesen, dass das Wohnmobil zur Untersuchung bei einem Abschleppdienst gestanden habe. Es hätte auf eine Dienststelle der Polizei gehört.

Am 4. November 2011 waren in Eisenach-Stredga die Leichen der mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem ausgebrannten Wohnmobil gefunden worden. Zuvor hatten sie eine Sparkasse überfallen. Kurz darauf legte ihre mutmaßliche Komplizin Beate Zschäpe Feuer in der gemeinsamen Wohnung. Einige Tage später stellte sie sich der Polizei. Inzwischen war klar, dass Mundlos und Böhnhardt mutmaßlich zehn Morde begangen haben.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2015, 10:54 Uhr

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10 Kommentare

18.09.2015 13:23 kurt 10

7. # Ersparen Sie allen die nichtssagenden geistigen Ergüsse.

18.09.2015 12:33 Frau Murx 9

Der Output des Ausschusses geht gegen null. Welchen Wert haben solche Zeugenaussagen? Es ist ungefähr so, wie wenn sich Fließbandarbeiter über ihren Chef unterhalten, meckern und nöhlen. Was da raus kommt, ist allgemein bekannt.