NSU-Terror Rot-Rot-Grün will Opfer-Familien entschädigen

Die rot-rot-grüne Koalition in Thüringen plant einen Entschädigungsfonds für die Opfer der rechtsextremistischen Terrorzelle National Sozialistischer Untergrund (NSU). Nach Informationen von MDR THÜRINGEN aus Koalitionskreisen soll ein entsprechender Antrag in die laufenden Verhandlungen um den Doppelhaushalt 2018/19 eingebracht werden. Wie hoch die Summe für den geplanten Fonds ist, steht demnach noch nicht fest.

Teilnehmer des Demonstrationszuges _Kein nächstes Opfer!_ gehen am 06.04.2017 durch die Innenstadt von Kassel (Hessen) und Tragen die Fotos von Opfern des NSU.
Menschen halten bei einer Demo Fotos einiger der mutmaßlichen NSU-Opfer hoch. Bildrechte: dpa

Unterstützt werden sollen die Familien der zehn mutmaßlichen NSU-Mordopfer, die Opfer der beiden mutmaßlichen NSU-Sprengstoffanschläge und die Opfer der Banküberfälle, die durch das Jenaer Terror-Trio begangen worden sind. 

Hintergrund für den geplanten Fonds ist unter anderem die Klage der Familie des NSU-Opfers Mehmet Kubasik. Er wurde am 4. April 2006 mutmaßlich durch den NSU in Dortmund getötet. Seine Familie hatte gegen den Freistaat Thüringen eine Schmerzensgeldklage eingereicht. Sie wirft den Thüringer Behörden Sabotage bei der Fahndung nach Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe nach ihrer Flucht im Januar 1998 vor. Nur so sei es möglich gewesen, dass die drei als NSU-Terrortrio die Mordserie hätten begehen können, so die Klagebegründung. Die Käger fordern gut 20.000 Euro Schmerzensgeld für jeden der Angehörigen. Hinzu käme ein Schadensersatz etwa für das weggefallene Einkommen von Mehmet Kubasik in bislang nicht genannter Höhe.

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN war eine außergerichtliche Einigung zwischen Kubasiks Familie und dem Freistaat Thüringen bisher gescheitert. Bei einem Gütetermin am Landgericht Erfurt zeichnete sich jedoch schon nach 15-minütiger Verhandlung ein Vergleich ab. Das Verfahren ruhe, sagte der Vorsitzende Richter Christoph von Friesen nach dem Termin.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29.08.2017 | ab 05:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2017, 19:51 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

41 Kommentare

31.08.2017 00:24 part 41

Ich bin für diese Entschädigung, sie soll aber nicht aus Landesmittel erfolgen, sondern aus Bundesmitteln, wenn schon keine persönliche Verantwortliche ermittelt werden können, obwohl diese vorhanden sind...

30.08.2017 21:11 Realist2014 40

@andreas: Klar, lösen wie den Verfassungsschutz aus. In Zeiten von Islamismus und Terror, brutalen Linksradikalen Ausschreitungen und Rechtsradikalen Angriffen auf Flüchtlingsheime. Auch bei Polizei und Feuerwehr sind schon Pannen und Fehler passiert. Lösen wir also auch Polizei und Feuerwehr auf. Ja, und dann die Skandale bei der Bundeswehr. Auch auflösen. Dann gründen wir Bürgerwehren und alles wird gut.

Mehr aus Thüringen

Gruppenbild mit Gewinnern der Auszeichnung Thüringer des Monats mit MDR Thüringen Chefredakteur Mathias Gehler und Sozialministerin Heike Werner im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen mit großflächig eingeblendeter Zahl 25 4 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Fr 14.12.2018 17:40Uhr 03:37 min

https://www.mdr.de/thueringen/video-258824.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video