Verkehr Protest gegen Rodungen in Hessen: Abseilaktion auf A4 bei Jena

Umweltaktivisten haben sich am Freitagmorgen von einer Fußgängerbrücke über die Fahrbahnen der Autobahn 4 bei Jena abgeseilt. Nach Angaben der Polizei wurde der Verkehr gegen 8 Uhr in beiden Richtungen gestoppt.

Einer der beiden Kletterer - eine 20 Jahre alte Frau - kehrte laut Polizei nach reichlich einer halben Stunde freiwillig auf die Brücke zurück. Die Fahrbahn Richtung Frankfurt, über der die Frau hing, wurde daraufhin wieder freigegeben.

Blick auf die Plattenbauten von Jena Lobeda. Im Vordergrund die Autobahn mit Tunnel.
Die A4 bei Jena Bildrechte: MDR/Holger John

Zum anderen Kletterer über der Fahrbahn Richtung Dresden stiegen Polizisten und Feuerwehrleute im Korb einer Drehleiter hoch. Der Mann wurde laut Autobahnpolizei dazu gebracht, seine Aktion zu beenden und in den Korb zu steigen. Nach eineinhalb Stunden wurde der Verkehr auch in Richtung Dresden wieder freigegeben. Gegen beide Kletterer wurde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erstattet.

Abseilaktion in Jena: Gruppe veröffentlicht Fotos

Eine Gruppe namens Climate Climbers ("Klimakletterer") veröffentlichte bei Twitter Fotos der Aktion. Den Tweets zufolge sollte mit der Abseilaktion gegen Rodungen im Danneröder Forst in Hessen protestiert werden. Durch das Waldgebiet soll die Autobahn 49 weiter gebaut werden. 85 Hektar des rund 1.000 Hektar umfassenden Waldes, der als ökologisch wertvoll gilt, sollen gefällt werden. Ähnliche Abseilaktionen gab es auch auf der A4 bei Dresden, bei Kassel und Gießen in Hessen sowie auf der A20 Mecklenburg-Vorpommern und der A7 in Schleswig-Holstein. 

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. November 2020 | 10:00 Uhr

18 Kommentare

emlo vor 7 Wochen

"Wenn dann der von "Umweltschützern" provozierte Stau kommt, ist auch der aufmerksamste Fahrer machtlos." Sorry Lobedaer, aber wenn Sie Recht hätten, dann müsste es bei jeder Stausituation zwangsläufig zu Unfällen kommen. Zum Glück ist das nicht der Fall. Es bleibt also dabei, der Unfall wäre bei aufmerksamer und angepasster Fahrweise vermeidbar gewesen. Denn der Grundsatz lautet, dass ich nur so schnell fahren darf, dass ich innerhalb der Strecke, die ich einsehen kann, anhalten kann. Falls dann noch jemand kurzfristig in den verbleibenden Raum einschert, dann sieht es natürlich anders aus. Aber auch dann liegt die Schuld nicht beim Stauverursacher, sondern beim Fahrer des einscherenden Fahrzeugs.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 7 Wochen

Im Artikel steht „Fußgängerbrücke“ !

Nun gut, ich kenne die konkreten Gegebenheiten vor Ort in Jena nicht so genau...
...und in einem Forst hat doch im Grunde kein privater PKW etwas zu suchen, es
sei denn, es gibt eine freigegebene Durchgangsstraße mit (Picknick-)Parkplatz ?! 🤔

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 7 Wochen

Immer wieder „sehr spannend“ finde ich, wie eine Mehrheit der Bevölkerung urteilen würde, wenn es um knifflige Rechtsfindungsprozesse geht, bei denen sich selbst die Fachleute mit mehrjähriger Berufserfahrung nicht ganz einig sind.

Wann ist ein Mensch „nur Aktivist“ ? Wann ist er „Verbrecher“ ?
Wie lange gilt eine Unschuldsvermutung ? Wann und durch wen
muß Anzeige erstattet und wann und durch wen muß Anklage
erhoben werden ? Ist die freiwillige Aufgabe schuldmildernd ?

Bedarf ein solcher Artikel überhaupt der Freigabe für weitere Kommentare ?

Muss tatsächlich jeder und zu jeder Zeit seine Meinung
öffentlich verbreiten dürfen und muß damit auch die
Gefahr von „Fake-News“ in Kauf genommen werden,
die der allgemeinen Ordnung schaden können ?

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