Nachrichten von oben Drohne wirft Zeitungen in Altenburg ab: Längerer Praxistest in Ostthüringen geplant

Auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz ist ein Test mit einer Drohne für Zeitungszustellungen gelungen. Das Europäische Drohnenzentrum will die Tests nun in Ostthüringen fortsetzen.

Ein Mann stellt eine Drohne ein, davor liegen eingerollte Zeitungen
Punktgenau soll diese Drohne Zeitungen abliefern - auch bei schlechtem Wetter. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

In Ostthüringen sollen noch in diesem Herbst erstmals Haushalte ihre Tageszeitung per Drohne erhalten. Tests hätten gezeigt, dass eine punktgenaue Belieferung aus der Luft möglich sei, sagte Klaus Hiller vom Europäischen Drohnenzentrum.

Dazu wurde am Dienstag auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz demonstriert, wie eine solche Drohne autonom eine vorgegebene Route abfliegt und mehrere in Plastikhüllen verpackte Zeitungen aus etwa zwei Metern Höhe abwirft.

Funke-Gruppe an Drohnen-Zustellung in Thüringen interessiert

Als nächster Schritt sei geplant, bei je einem Haushalt in Lödla und Ponitz im Altenburger Land unter realen Bedingungen die Zeitung auf diese Weise zuzustellen, hieß es. Voraussichtlich im November werde es so weit sein.

Das vom Bund mit rund 185.000 Euro geförderte Modellprojekt endet dieses Jahr. An ihm sind die Funke-Mediengruppe, zu der etwa die Thüringer Allgemeine gehört, und die Madsack-Mediengruppe (unter anderem Osterländer Volkszeitung) beteiligt. Zeitungsverlage sind an der Drohnentechnik interessiert, weil Zustellungen im ländlichen Raum aufgrund der langen Wege extrem teuer sind. Hiller schätzt, dass es aber noch etwa drei bis fünf Jahre dauern wird, bis das System serienreif sei.

Drohne könnte auch Briefe und Medikamente liefern

Hintergrund sind hohe Kosten der Verlage für die Zustellung von Zeitungen vor allem im ländlichen Raum. Abgelegene Häuser und Höfe könnten künftig von fliegenden Zeitungsboten beliefert werden, so die Idee. Die Drohnenexperten denken auch an weitere Einsatzbereiche, etwa die Zustellung von Briefen oder Medikamenten. Hiller: "Und wenn die Drohne etwas ausliefern kann, dann kann sie auch etwas abholen."

Die bei dem Projekt erprobte Drohne kann in ihrem Magazin bis zu sechs Zeitungen laden und wiegt damit den Angaben zufolge etwas mehr als 14 Kilogramm. Den Experten zufolge kann sie mit einer Akkuladung etwa eine halbe Stunde lang fliegen - auch bei heftigerem Wind. Nach der Erprobungsphase auf dem Flugplatzgelände folgt nun der Test unter realen Bedingungen: Dabei soll je einem Haushalt in Lödla und Ponitz im Altenburger Land die Zeitung gebracht werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. September 2020 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

THOMAS H vor 3 Wochen

Hier sind Fragen offen:
Aus welcher Höhe wird das "Zeitungspaket" abgeworfen?
Welches Aufschlag-Gewicht hat das "Zeitungspaket" wenn es unten ankommt?
Wer übernimmt die Kosten für Schäden, die eventuell durch den Abwurf entstehen können?
Gilt es als Körperverletzung, wenn solch ein "Zeitungspaket" doch mal einen Menschen trifft?
Wieviel Personen sind für die Steuerung und Überwachung (erfolgt diese über Kamera) der Drohne notwendig?
Werden die Flüge aufgezeichnet und wie ist das Datenschutzrechtlich geregelt?
Wenn die Drohne nur bis zu 6 "Zeitungspakete" aufnehmen kann, fliegen dann gleichzeitig mehre Drohnen?
Fragen über Fragen, welche erst mal beantwortet werden sollten.

Lyn vor 3 Wochen

"Briefkästen, in welche eine Drohne Zeitungen steckt"


Das müsste machbar sein. Und die Drohne muss dann auch den richtigen Briefkasten erkennen können, den Namen lesen können. Vielleicht mittels eines vorgeschriebenen Erkennungsmerkmals? Bis dahin dürfte noch ein Stück Weg sein.

part vor 3 Wochen

Ach ja, der Zeitungswurf aus dem Himmel: in den 50-er und 60- er Jahren in der DDR Gang und Gebe als die westliche Propaganda von Himmel auf die Felder herab fiel, weil wir so anders waren als die Konsumenten von Drüben...es gab da wohl immer besondere Übeflugrechte...
Was das heute und hier betrifft sind wohl die Mindestsondevergütungen im Gewerbe der Austräger noch unerträglich um noch mehr Wettbewerb auf die Spekulation auf Wertschöpfung zu generieren.

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