Landgericht Gera Prozess um tödlichen Fenstersturz in Altenburg: Angeklagte weisen Vorwürfe zurück

In Altenburg stürzt eine Frau aus dem Fenster und stirbt. Kurz zuvor soll sie von zwei Männern schwer misshandelt worden sein. Alle Beteiligten hatten eine Menge Alkohol getrunken. Was genau sich in jener Nacht im Jahr 2017 ereignete, soll nun ein Gericht klären.

Im Prozess um einen tödlichen Fenstersturz einer Frau in Altenburg haben die Angeklagten Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Die Beschuldigten sollen die Frau vor ihrem Sturz schwer misshandelt haben. Ein 58 Jahre alter Beschuldigter räumte am Dienstag vor dem Landgericht Gera ein, der Frau vor drei Jahren einige kräftige Ohrfeigen verpasst zu haben. Sein 57 Jahre alter Mitangeklagter erklärte, er habe ihr einmal ins Gesäß getreten. Die Frau habe sie zuvor in einem Streit schwer beleidigt. Für den tödlichen Sturz der Frau seien sie jedoch nicht verantwortlich.

Blick in den Gerichtssaal
Die Angeklagten im Gerichtssaal des Landgerichts in Gera Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Staatsanwaltschaft Gera: Schwere Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge vor. Laut Anklage soll einer dem Opfer gegen den Kopf geschlagen und der andere später mit dem Fuß auf den Körper eingetreten haben. Unter nicht näher aufklärbaren Umständen sei die Frau nach den Misshandlungen aus dem Fenster einer Wohnung gefallen und in der Folge gestorben. Dazu sagte der 57-Jährige, die Frau habe auf dem Fenstersims gesessen und ihn noch "angegrinst", bevor sie den Halt verloren habe und aus dem zweiten Stock in die Tiefe gestürzt sei.

Einem Gutachten zufolge hatten alle Beteiligten zur Tatzeit zwei Promille Blutalkohol.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Oktober 2020 | 13:30 Uhr

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