Kunst im verwaisten Einkaufszentrum Lindenau-Museum in Altenburg im Ausweichquartier eröffnet

Das Lindenau-Museum am Fuße des Altenburger Schlossbergs wird umfangreich saniert und restauriert. Damit die Besucher dennoch in den Genuss der Ausstellungsstücke kommen, ist das Museum jetzt in die Altenburger Innenstadt gezogen.

In das ehemals verwaiste Altenburger City Center (ACC) ist wieder Leben eingezogen. Das Lindenau-Museum hat dort am Dienstagmittag sein Interim in der Kunstgasse 1 eröffnet. Nach den über sieben Monate andauernden Umzugs- und Aufbauarbeiten sind die neuen Räumlichkeiten nun für die Besucher bei freiem Eintritt zugänglich, sagte Museumsdirektor Roland Krischke MDR THÜRINGEN.

In dem Gebäude zwischen Markt und kleinem Teich zeigt das Lindenau-Museum auf rund 200 Quadratmetern Fläche etwa 70 Ausstellungsstücke. Auf zwei Bildschirmen im Eingangsbereich werden zudem weitere Werke aus der umfangreichen Sammlung und Impressionen vom Baugeschehen an der Gabelentzstraße präsentiert.

Fotostrecke Ausstellung des Lindenau-Museums Altenburg im Einkaufszentrum

Hinweisschild Altenburger City Center auf einem Platz.
Umzug in Altenburg: Die Ausstellung des Lindenau-Museums ist jetzt in einem Einkaufszentrum zu sehen. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
Hinweisschild Altenburger City Center auf einem Platz.
Umzug in Altenburg: Die Ausstellung des Lindenau-Museums ist jetzt in einem Einkaufszentrum zu sehen. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
Mehrere Menschen stehen vor dem Eingang des Lindenau-Museums
Am Dienstag wurde sie feierlich eröffnet. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
Eine Vase steht in einem Museumsraum
Auf rund 200 Quadratmetern sind etwa 70 Exponate zu sehen. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
Ein Museumsraum mit vielen Bildern
Die ausgestellten Gemälde stammen aus den unterschiedlichsten Kunstströmungen von der klassischen Moderne bis hin zur Kunst der DDR und der zeitgenössischen Kunst. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
Mehrere Statuen stehen in einem Raum
Mehrere Gipsstatuen zeigen Kopien von bekannten Plastiken der Antike zur Renaissance. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
Eine Frau druckt in einem Atelier
Teil des Museums ist das Studio Bildende Kunst. Hier werden wöchentlich Kurse angeboten, in denen die unterschiedlichsten Facetten des Kunsthandwerks erlernt werden können. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann
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Zur Erbauung und Belehrung

Anhand der ausgestellten Exponate könne die Kunstgeschichte von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst erzählt werden, so Krischke. Athene, antike Göttin der Kunst und Strategie, wird zum Beispiel die Besucher fortan im Foyer des Gebäudekomplexes begrüßen. Ihr Blick richtet sich auf das Schaudepot, in dem die Gipsabgüsse des Lindenau-Museums ihren Platz gefunden haben.

Dicht an dicht aufgestellt bieten die Kopien von Meisterwerken der Plastik aus Antike und Renaissance für die Kenner einen ungewohnten Anblick. Die Ausstellung gibt auch einen Einblick in die lange Geschichte des Museums. Mit Gemälden aus den unterschiedlichsten Kunstströmungen von der klassischen Moderne bis hin zur Kunst der DDR und der zeitgenössischen Kunst, schließe sich der Kreis, so Roland Krischke.

Mehrere Menschen stehen vor dem Eingang des Lindenau-Museums
Einst ein Einkaufszentrum, jetzt ein Museum: Das Altenburger City Center beherbergt ab sofort das Lindenau-Museum. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann

Die Interim-Schau sei ganz im Sinne des Stiftungsgründers Bernhard August von Lindenau und seinem Motto "Zur Erbauung und Belehrung". 1848 hatte er das Museum eröffnet. Dazu gehört auch das Studio Bildende Kunst. Bereits im März dieses Jahres ist es in dem Ausweichquartier in Betrieb gegangen. Neben den wöchentlichen Kursen, in denen die unterschiedlichsten Facetten des Kunsthandwerks erlernt werden können, wird in den Sommerferien ein umfangreiches Kursprogramm angeboten.

Zügige Fortschritte am Schlossberg

Im angestammten Lindenau-Museum am Fuße des Altenburger Schlossberges hat sich seit der Schließung viel getan: Die Kunstwerke aus dem Museumsgebäude wurden in neue Depots gebracht, das Mobiliar wurde ausgeräumt und die ersten Untersuchungen zur Substanz des Gebäudes wurden angestellt. Das Museum, das wegen seiner Sammlungen zu den herausragenden ostdeutschen Einrichtungen gehört, wird in den kommenden vier Jahren aufwendig saniert und deutlich erweitert. Freistaat und Bund hätten dafür rund 48 Millionen Euro zugesagt, sagte Krischke MDR THÜRINGEN.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Juli 2020 | 12:00 Uhr

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