Safran aus Altenburg
Es gibt Hinweise, dass schon vor 500 Jahren Safran in Thüringen angebaut wurde. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Forschungsprojekt Safran aus Altenburg

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. Gewonnen wird es aus der Blüte des Safrankrokus. Die Blume wächst nicht wie oft geglaubt nur in Fernost, sondern auch in Thüringen. In Altenburg werden im Rahmen eines Forschungsprojekts Safrankrokusse angebaut. Sie stehen gerade in voller Blüte und werden geerntet.

von Franziska Grewe

Safran aus Altenburg
Es gibt Hinweise, dass schon vor 500 Jahren Safran in Thüringen angebaut wurde. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Safran aus Thüringen ist keine neue Erfindung. Der Wissenschaftler Frank Spieth hat in Archiven Hinweise gefunden, dass die Pflanze schon vor 500 Jahren im heutigen Thüringen angebaut wurde. Spieth wurde neugierig und hat ein paar Knollen hinter dem Haus vergraben. Schon bald fing es an zu blühen. Aus der ersten Neugier ist 2018 ein Forschungsprojekt entstanden, betreut von der Firma W³. Auf verschiedenen Flächen in Altenburg wird seitdem Safran angebaut.

Safran aus Altenburg
Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Die Ernte wandert aber erstmal nicht auf den Teller, sondern ins Labor. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt und führt eine Machbarkeitsanalyse durch. Diese soll eine wissenschaftlich gesicherte Aussage liefern, ob Safran in Thüringen kommerziell angebaut und vermarktet werden kann. Dazu wird im Moment zum Beispiel getestet, wie die Pflanzen auf verschiedene Böden reagieren, auf Wind und auf Unkräuter.

Das diesjährige Wetter ist den Krokussen gut bekommen. Im Juli und August war es eher trocken, so dass die Pflanzen nicht von Pilzen befallen wurden. Der Regen im September hat dann das Wurzelwachstum angeregt. Die ersten Blüten sind seit Ende September zu sehen. Geerntet wird noch für zwei weitere Wochen.

Um das wertvolle Gewürz herzustellen werden die Blüten früh morgens vom Feld gepflückt. Sonne und Regen würden dem Aroma schaden und die Qualität mindern. Aus jeder Blüte wachsen drei rote Fäden. Diese werden noch am Tag der Ernte aus dem Rest der Blüte herausgezupft und gesammelt. Die roten Fäden werden dann getrocknet.

Safran aus Altenburg
Die eigentlichen Safran-Fäden werden von Hand aus den Blüten gezupft. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Erst drei Monate nach der Ernte entfalten sie ihr typisches Aroma. Zwischen 150 und 200 Blüten sind nötig, um am Ende ein Gramm Safran in der Hand zu halten. Kein Wunder also, dass der mittlere Preis bei 17.000 Euro pro Kilogramm liegt. Ob es sich bei dem großen Arbeitsaufwand überhaupt lohnt, Safran in Thüringen anzubauen, dass wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

In Deutschland ist Safran vor allem als Gewürz beliebt. Er schmeckt in Süßspeisen genauso gut wie in Suppen und Reisgerichten. In vielen Ländern gilt Safran außerdem als Heilpflanze. Dem Gewürz wird eine stimmungsaufhellende Wirkung zugeschrieben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Oktober 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 19:34 Uhr

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