Kreistag zum Schulnetzplan Filial-Modell: Schulen im Altenburger Land sollen erhalten bleiben

Im Altenburger Land werden vorerst keine Schulen geschlossen. Die Schulbezirke werden zudem geöffnet, sodass Kinder und Eltern mehr Wahlmöglichkeiten haben. Das geht aus dem neuen Schulnetzplan hervor, den der Kreistag am Mittwochabend beschlossen hat.

Grundschule in Ponitz wird Filiale von Gößnitz

Dem Beschluss zufolge wird es erstmals in Ostthüringen eine Filialschule geben: Die kleine Grundschule in Ponitz mit ihren derzeit gut 40 Schülern wird der Gößnitzer Grundschule zugeordnet, um Personal in der Verwaltung zu sparen. Entgegen früherer Pläne der Kreisverwaltung bleiben die Regelschulen in Dobitschen und Lucka erhalten, ebenso die Grundschule Großstechau/Thonhausen. In einer ersten Beschlussvorlage aus dem Februar hatten diese Standorte noch auf der Kippe gestanden.

Grundschule als Vorzeigeprojekt für Thüringen?

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) begrüßte Thüringens erstes Filialschul-Modell. Wie das Bildungsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, gibt die Entscheidung des Kreistags Altenburger Land dem Schulstandort in Ponitz eine Perspektive. Holter kündigte an, gemeinsam mit dem Schulträger die pädagogische Arbeit in Gößnitz und Ponitz zu unterstützen, sodass die Schulkooperation zu einem Erfolg werde. So könne Ponitz beispielgebend für Thüringen sein. Noch in diesem Jahr sollten dafür Gespräche stattfinden. Das Bildungsministerium will der Landkreisverwaltung außerdem vorschlagen, die neue Schule beispielsweise in "Grundschule Gößnitz/Ponitz" umzubenennen, um den Standort Ponitz zur Geltung zu bringen.

Gegen Bedenken von Ministerium und Schulamt durchgesetzt

Mit dem Beschluss setzten sich die Altenburger Kreisräte gegen die Bedenken von Bildungsministerium und Schulamt durch. Kreisräte und Eltern hoffen nun, dass insbesondere die Grundschule Ponitz "durch die Hintertür" nicht doch noch geschlossen wird. Das Schulamt hatte immer wieder vorgegeben, keine Lehrer zu finden. Dafür war die Behörde fraktionsübergreifend scharf kritisiert worden.

Der Ponitzer Bürgermeister Marcel Greunke (CDU) sagte, das Bildungsministerium habe das Schulamt Ostthüringen nicht im Griff. Durch die jahrelange Hängepartie um die ländliche Grundschule hätten viele Eltern die Nerven verloren und ihre Kinder im benachbarten Sachsen eingeschult.

Skepsis bei Ponitzer Eltern

Auch nach dem Beschluss der Filialschule bleiben die Eltern skeptisch. Sie fürchten, dass ein Teil der Ponitzer Grundschule in Gößnitz ausgelagert bleibt, wie Ronny Lorenz vom Schulförderverein MDR THÜRINGEN sagte. Derzeit müssen die Dritt- und Viertklässler zum Unterricht nach Gößnitz fahren. Weil immer noch Lehrer fehlen, ist es unsicher, ob die Dorfschule künftig für alle Kinder ihre Türen öffnet. Das Bildungsministerium kündigte an, künftig verstärkt auch Lehrer für den ländlichen Raum anwerben zu wollen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Juni 2020 | 07:30 Uhr

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