Strukturwandel Zeitungszustellung per Drohne - erste Tests ab Herbst geplant

In Ponitz und Lödla im Altenburger Land könnten im Herbst die ersten Zeitungen per Drohne zugestellt werden. Der Bund fördert das Pilot-Programm bis zum Jahresende mit gut 185.000 Euro.

Paket-Drohne
Damit die Drohnen wirtschaftlich betrieben werden können, müssen sie mehr zustellen als Zeitungen. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Science Photo Library

Laut Projektplan sollen ausgewählte Haushalte die "Ostthüringer Zeitung" sowie die "Osterländer Volkszeitung" per Fluglieferung bekommen. Getestet wird nach Angaben von Projektkoordinator Frank Schmitt die Kombination aus Drohne und Abwurfeinrichtung. Diese sei abhängig von Anzahl und Gewicht der Zeitungen. Eine Herausforderung ist laut Schmitt außerdem die Entfernung, die die Drohne fliegen muss. In Lödla sei das kein größeres Problem, in Ponitz jedoch müsse die Zeitungsdrohne eine weitere Strecke zu den Abonnenten zurücklegen und auch Windräder umfliegen, erklärte er.

Bund fördert Pilotprojekt

Die Mediengruppen Funke und Madsack beteiligen sich als Partner an dem Pilotprojekt im Altenburger Land. Der Bund fördert das Programm bis zum Jahresende mit gut 185.000 Euro aus dem Etat zur Förderung des Strukturwandels in Braunkohleregionen. Bereits im Mai plant der Heinen-Verlag im Raum Köln nach eigenen Angaben einen Praxistest.

Auflagenrückgang und hohe Zustellkosten

Schon seit Jahren gehen in Deutschland die Auflagen der gedruckten Zeitungen zurück. Verlage beklagen zugleich gestiegene Zustellkosten, auch wegen des Mindestlohns. Außerdem finden sich immer weniger Zusteller. Für Schmitt ist klar: Im Altenburger Land werden Folgeprojekte nötig sein, um zu einem möglichen dauerhaften Einsatz unter realen Bedingungen zu kommen. Damit die Drohnen wirtschaftlich betrieben werden könnten, brauche es außer der Zeitungszustellung noch andere Einsatzbereiche.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Mai 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Hans Frieder leistner vor 24 Wochen

Jetzt fehlen nur noch Angelausflüge in die Sahara.

martin vor 24 Wochen

Gibt es in der betroffenen Region dann Helmpflicht (Aufenthalt unter schwebenden Lasten)?

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