Parteipolitik Ex-NPDler arbeitet für Thüringer AfD-Abgeordneten Laudenbach

Ein ehemaliger NPD-Stadtrat aus Gera arbeitet für den Thüringer AfD-Abgeordneten Dieter Laudenbach. Laut parlamentarischem Geschäftsführer wurde der Mitarbeiter geprüft. Dennoch wolle man das Gespräch mit Laudenbach suchen.

Der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete Dieter Laudenbach beschäftigt nach eigenen Angaben ein ehemaliges NPD-Mitglied als Mitarbeiter. Der frühere NPD-Stadtrat aus Gera arbeite in seinem Wahlkreisbüro in Gera. Dort sei er unter anderem für Bürgeranfragen zuständig, teilte Laudenbach auf Anfrage mit. Zuerst hatte der Spiegel darüber berichtet.

Wie Laudenbach auch bestätigte, ist ihm das frühere Engagement des Mitarbeiters bei der NPD bekannt. Weil der Mann aber nicht in der AfD sei, gebe es auch keinen Konflikt mit dem Unvereinbarkeitsbeschluss der Partei, der die Aufnahme von ehemaligen NPD-Mitgliedern in die AfD verhindern soll. Die Anstellung gründe sich "ausschließlich auf seinen fachlichen und persönlichen Befähigungen für das entsprechende, vielfältige Aufgabenprofil", so Laudenbach.

Thüringer AfD-Fraktion will mit Laudenbach reden

Nach Angaben des parlamentarische Geschäftsführers der AfD im Landtag, Torben Braga, hat Dieter Laudenbach der Landtagsfraktion beziehungsweise dem Landesvorstand versichert, den Mitarbeiter eingehend geprüft zu haben. Er habe ihn nur deshalb als persönlichen Mitarbeiter eingestellt, da dieser glaubhaft und endgültig mit seiner Vergangenheit abgeschlossen und sich von ihr distanziert habe.

Unabhängig davon werde der Fraktionsvorstand das Gespräch mit Dieter Laudenbach suchen, um weitere Hintergründe zum Sachverhalt in Erfahrung zu bringen und gegebenenfalls die Lage neu zu bewerten, teilte Braga mit.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Oktober 2020 | 17:00 Uhr

100 Kommentare

Der Matthias vor 6 Wochen

"Herr Höcke fungiert als Lautsprecher und füllt die Rolle des Volksaufklärers gar nicht schlecht aus."

Volksverführer trifft es wohl eher! ,-))) Und wie war das doch gleich noch mit dem NPD-Blättchen, für das ein gewisser "Landolf Ladig" einst schrieb?

martin vor 6 Wochen

@harka: Nun ja, ich finde Herr Kubitschek ist schon eine Führungspersönlichkeit, die dazu auch noch so intelligent ist, sich im Hintergrund zu halten. Herr Höcke fungiert als Lautsprecher und füllt die Rolle des Volksaufklärers gar nicht schlecht aus.

Harka2 vor 6 Wochen

@Jana
Nö, eine Erklärung ist da unnötig. Beide bedienen die gleiche Zielgruppe. Der Unterschied von NPD und AfD ist nur, dass die NPD inzwischen historisch "verbrannt" ist. Die Partei ist dermaßen bedeutungslos, dass ihr Verbot keine Auswirkungen mehr hätte. Die AfD sammelt inzwischen die einstigen Wähler der NPD in ihren Reihen, sie braucht aber nicht deren Funktionäre. Die Posten sind auch in der AfD hart umkämpft und wer braucht da Gesichter einer letztlich gescheiterten NPD als Konkurrenten? Zudem gibt sich die rechtsradikale AfD gerne den Anstrich eine bürgerliche Partei zu sein, was sie zwar nicht ist, aber gerne so ihre Wähler einlullt. Da ist eine NPD-Führungsposition gar so entlarven, so dass man diese Gruppe so lieber ausgrenzt.
Die NPD hatte nie wirklich überzeugende Führungspersönlichkeiten, die AfD hat zumindest ein paar Demagogen, die nicht durch Dummheit auffallen.

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