Beschreibung:
Wohnungen der GWB Elstertal in Gera. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kaufvertrag unterschrieben Thüringen kauft Anteile von GWB Elstertal in Gera

Die Landesregierung hat wie angekündigt die Anteile vom bisherigen Mehrheitsgesellschafter Benson Elliot in Gera zurückgekauft. Am Freitag wurde der Kaufvertrag für 74,9 Prozent der GWB Elstertal unterschrieben, teilte das Land mit.

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Wohnungen der GWB Elstertal in Gera. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringens rot-rot-grüne Landesregierung hat wie angekündigt mehrheitlich Anteile an der Geraer Wohnungsbaugesellschaft Elstertal zurückgekauft. Bei einem Notartermin am Freitag sei der Kaufvertrag für 74,9 Prozent der GWB Elstertal unterschrieben worden, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Samstag. Mit dem bisherigen Anteilseigner, der britischen Investorengesellschaft Benson Elliot, war monatelang über den Rückkauf verhandelt worden.

Eigentümerin sei nun die Thüringer Industriebeteiligungs-GmbH und Co. KG (TIB) - ein Förderfonds einer Tochter der landeseigenen Thüringer Aufbaubank. Der GWB Elstertal gehören unter anderem 5.000 Wohnungen.

Geschätzt 70 Millionen Euro für Elstertal-Anteile

Zur genauen Höhe der Kaufsumme konnte die Sprecherin noch keine Angaben machen. Wie viel die Anteile exakt wert sind, werde erst mit einer Stichtagsbilanz ermittelt. Die Staatskanzlei geht von knapp 70 Millionen Euro aus. Nach wie vor sei geplant, dass das Geld dafür aus einem Sondervermögen für Wohnungsbau komme, hieß es.

Thüringer Aufbaubank
Eigentümerin sei nun die Thüringer Industriebeteiligungs-GmbH und Co. KG (TIB) - ein Förderfonds einer Tochter der landeseigenen Thüringer Aufbaubank. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Im Zuge der Insolvenz der Stadtwerke Gera war die kommunale Wohnungsgesellschaft vor einigen Jahren zu etwa 75 Prozent an das private Immobilienunternehmen Benson Elliot verkauft worden. Über einen Rückkauf wurde lange diskutiert. Gera als drittgrößte Stadt Thüringens fehlte dafür allerdings das Geld. Die Stadt hält aktuell 25,1 Prozent der Anteile.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte bereits angekündigt, auch von der Stadt weitere Anteile kaufen zu wollen, um auf die für eine Steuerungsmehrheit notwendigen 75,1 Prozent zu kommen. Wie genau es nun weitergeht, soll bei Gesprächen unter anderem zwischen Stadt und Ministerien in der kommenden Woche Thema sein.

Quelle: dpa, MDR THÜRINGEN/sr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Juli 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 18:30 Uhr

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6 Kommentare

22.07.2019 10:47 Igo 6

So wird das Steuergeld verbraten.

Man sollte für das Geld dringend benötigte Wohnungen bauen!

Arg!

22.07.2019 00:32 part 5

Genaue Bilanzen werden geheim gehalten, aber ich nehme mal an es verhält sich wie beim Wassertisch in Berlin, erst Infrastruktur privatisiert für wenig Erlös wegen der Hungerlandesförderung von Bund und nun wieder verkauft vom einst Begünstigten, der sich zuletzt über den doppelten Gewinn freuen darf . Das Problem ist aber nicht der Rückkauf von einst öffentlicher Infrastruktur mit Nachhaltigkeitsfaktor sondern deren einstige Privatierung durch bestimmte Parteien mit Regierungsverantwortung. Das halbe Verschenken von öffentlichen Eigentum hat sich heute als Sackgasse erwiesen, aber nur in einzelnen Bundesländern, die anderen mit christsozialen Mehrheiten setzen weiterhin auf die Bezuschussung von Minderheiten und politischer Verantwortungsflucht. Das Nachsehen hat dabei der Steuerzahler, der nur wegen der Klientelpolitik von Vorgängeregierungen doppelt nicht entlastet wird. Vergesellschaftung von Eigentum sollte bitteschön andere Wege beschreiten als die Begünstigten doppelt zu belohne

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