Kokons in 500 Jahre alter Eiche Gera: Wieder Eremit in Thüringen entdeckt

In einer 500 Jahre alten Stieleiche in Gera sind äußerst seltene Käfer-Larven gefunden worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurden Larven und Kokons des Eremiten bei Arbeiten gefunden, mit denen das Naturdenkmal erhalten werden soll.

Eremit-Käfer auf einem Baum.
Bekannt wurde der Käfer (für Fachleute "Osmoderma eremita") auch im Zusammenhang mit dem Bau des Bahnhofs Stuttgart21. Bildrechte: dpa

Die Käferart ist vom Aussterben bedroht und in Deutschland und Europa streng geschützt. Im November hatte der WWF von einem Fund des Eremit-Käfers nahe der Wartburg bei Eisenach berichtet. Die Stieleiche steht der Stadt zufolge nachweislich seit 1520 auf einem Privatgrundstück in der Küchengartenallee. Um sie zu erhalten, seien in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde die beiden oberen Hauptstämme gekürzt worden

Dabei seien die Larven und Kokons entdeckt worden. Der Hauptstamm der Eiche habe einen Umfang von fast sechs Metern und sei im Inneren durch Pilze zersetzt. Diese Totholz- oder Mulm-Höhlen bieten laut Stadt den perfekten Lebensraum für den Eremiten. Die Naturschutzbehörde habe die nun offenen Stämme mit zwei 30 Kilogramm schweren Eichenbohlen-Deckeln abdecken lassen, damit die Larven schlüpfen können. Für ihre Entwicklung benötigen die Larven zunächst drei bis vier Jahre, bevor sie eine Puppenwiege, den sogenannten Kokon, anlegen, in dem sie sich verpuppen. Der fertig entwickelte Käfer schlüpft dann im Mai/Juni des Folgejahres.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Februar 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 17:24 Uhr

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