Amtsgericht Gera Sexuelle Belästigung bei der Bundeswehr: Hauptfeldwebel zu Geldstrafe verurteilt

Wegen sexueller Belästigung und versuchter Nötigung verurteilte das Gericht in Gera einen Hauptfeldwebel der Bundeswehr zu einer Strafe von 5.600 Euro. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er freigesprochen.

Ein Holzhammer auf Paragrafenzeichen.
Ein Hauptfeldwebel der Bundeswehr wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Bildrechte: imago images / Steinach

Das Amtsgericht Gera hat einen Hauptfeldwebel der Bundeswehr wegen sexueller Belästigung und versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilt. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde der 46-Jährige dagegen freigesprochen. Wie Richter Siegfried Christ am Dienstag bei der Urteilsbegründung sagte, haben sich die Vorfälle im Rahmen von sexuellen Beziehungen zwischen dem Angeklagten und zwei Soldatinnen ereignet.

Die Taten liegen bereits drei Jahre zurück. Der Vorwurf der Anklageschrift hatte auf Vergewaltigung gelautet. Demnach sollte der Mann einer Soldatin mit der Weitergabe von Intimfotos gedroht und Sex von ihr verlangt haben. Dazu soll es dann in der Geraer Pionierkaserne gekommen sein.

Gericht geht von einvernehmlichem Sex aus

Das Gericht ging nun aber davon aus, dass der Sex einvernehmlich war. Zudem soll es zur Drohung und Weitergabe der Bilder an eine Kameradin erst später im Herbst 2017 gekommen sein. Dafür wurde der 46-Jährige der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen schuldig gesprochen.

Eine andere Soldatin sollte er laut Anklage gegen ihren Willen auf den Mund geküsst sowie ihre Hand in seinen Schritt geführt haben. Das wertete das Gericht auch mit Blick auf die vorangegangene Sexualbeziehung zwischen beiden als sexuelle Belästigung.

Das Gericht bezog auch Chatnachrichten in sein Urteil ein, die sich der Angeklagte mit den Frauen geschrieben hatte. Sie ließen das Vorgefallene in einem anderen Licht erscheinen, erklärte Christ.

140 Tagessätze zu 40 Euro

Der verheiratete Mann hatte am dritten Verhandlungstag schließlich Sex mit der Kameradin eingeräumt. Dies sei aber einvernehmlich gewesen, ließ er über seinen Anwalt erklären. Auch die Belästigungen einer Soldatin sowie die Weitergabe von intimen Bildern gestand er.

Er muss nun 140 Tagessätze zu 40 Euro - insgesamt also 5.600 Euro - zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. Nach eigenen Angaben ist er seit Bekanntwerden der Vorwürfe bei der Bundeswehr vorläufig vom Dienst freigestellt. 

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. September 2020 | 20:00 Uhr

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