Förderprogramm des Bundes Millionen für die Sanierung von Hertie-Stammhaus in Gera bereitgestellt

Der Ausbau des seit Jahren leerstehenden Hertie-Stammhauses in Gera profitiert von einem millionenschweren Förderprojekt aus Bundesmitteln. Die Neugestaltung des historischen Kaufhauses wird mit knapp sechs Millionen Euro bezuschusst. Außerdem wird die Sanierung des Gradierwerkes in Bad Salzungen mit einer Million Euro unterstützt.

Blick über den Hofwiesenpark auf die Geraer Innenstadt.
Der Blick über den Hofwiesenpark auf die Geraer Innenstadt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Wiederbelebung des Stammhauses des früheren Hertie-Kaufhauskonzerns in Gera wird vom Bund mit 5,8 Millionen Euro unterstützt. Das seit Jahren leerstehende historische Kaufhaus in der Fußgängerzone erhielt den Zuschlag im Programm "Nationale Projekte des Städtebaus", wie das Bundesinnenministerium am Freitag informierte. Das Programm ist mit rund 75 Millionen Euro ausgestattet, die 26 Projekten bundesweit zugute kommen. Davon fließt für die Sanierung und den Umbau des Gradierwerks in Bad Salzungen (Wartburgkreis) eine weitere Million Euro nach Thüringen.

Gera: "Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung"

Die Ostthüringer Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel (CDU) und Elisabeth Kaiser (SPD) werteten die Förderung des Geraer Projekts als wichtigen Schritt zur Wiederbelebung der Innenstadt. Vogel nannte das 1912 erbaute Kaufhaus ein "Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung". Wenn sich in der Immobilie wieder Handel, Verwaltung oder Dienstleistungen ansiedelten, "dann wertet das nicht nur die gesamte ehemalige Haupteinkaufsstraße Sorge auf, sondern setzt weitere Impulse zur Entwicklung der Innenstadt", betonte Kaiser.

Stammhaus des Unternehmers Hermann Tietz in Gera
Die Innenansicht des Stammhauses des Unternehmers Hermann Tietz in Gera. (Archivbild) Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

Historischer "Neubau" von 1912 ist erhalten

Der Kaufmann Oscar Tietz hatte 1882 an der Stelle ein Textilgeschäft eröffnet und damit den Grundstein für die Warenhauskette "Hermann Tietz" gelegt, die später unter der Abkürzung Hertie firmierte und in den 1990er-Jahren vom Konkurrenten Karstadt übernommen wurde. An der Stelle des ersten Geschäfts in Gera wurde 1912 ein Neu- und Erweiterungsbau eröffnet - das bis heute erhaltene historische Kaufhausgebäude mit seinen monumentalen Säulen.

Vielfältige Nutzung des Hertie-Stammhauses geplant

Die Immobilie ist in Privatbesitz. Geplant ist den Angaben nach, eine Mischung aus öffentlichen Nutzungen, Wohnungen, Bildung und Handel zu schaffen. Insgesamt waren dazu 17 Millionen Euro Förderung beim Bund beantragt worden. Allerdings hätten laut Vogel und Kaiser Thüringen nach dem gängigen Verteilmechanismus zwischen den Bundesländern (Königsteiner Schlüssel) insgesamt nur weniger als zwei Millionen Euro aus dem Programm zugestanden.

Mittelgebäude des Gradierwerks in Bad Salzungen
Die Sanierung des Gradierwerks in Bad Salzungen wird mit einer Million Euro gefördert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Auch Gradierwerk in Bad Salzungen bekommt Fördergelder

Neben Gera kann sich auch die Stadt Bad Salzungen über Geld freuen. Dort soll das historische Gradierwerksensemble, das teils auf das 18. Jahrhundert zurückgeht, denkmalgerecht saniert und zeitgemäß angepasst werden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte sprach von einem "wichtigen Zukunftssignal für den Kurstandort".

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 26. Juni 2020 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

Willy November vor 1 Wochen

Steuermillionen für einen Privatmann. Der in einem besonderen Verhältnis zum OB steht und dessen bekennender Förderer ist. Mal sehen, was jetzt passiert. Wird es je wieder ein Kaufhaus werden? Oder mietet sich die Stadtverwaltung ein? Die Beamten werden für Belebung der Sorge sorgen. Ach ja, was wird mit Schulen und Straßen, dem Freibadbau und dem Haus der Kultur? Geld kann nur einmal ausgegeben werden.

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