Gera Prozessauftakt wegen versuchten Totschlags

Am Landgericht Gera wird ab Mittwoch gegen drei Jugendliche im Alter von 15, 19 und 21 Jahren wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung verhandelt. Sie sollen im Februar dieses Jahres im Stadtzentrum von Gera zwei Männer bedroht, geschlagen und mit einem Cuttermesser ins Gesicht geschnitten haben.

Der 15 Jahre alte Hauptangeklagte schwieg zu Prozessauftakt. Auch der 19-Jährige machte keine Aussage. Die Staatsanwaltschaft plädiert auf Totschlag, weil der 15-Jährige mit seinen Stichen in Richtung Kopf, Hals und Schulter die Tötung des Mannes billigend in Kauf genommen habe. Auch habe der Jugendliche zum Tatzeitpunkt die Reife gehabt, das Unrecht der Tat einzusehen, sagte Staatsanwältin Doreen Bergemann.

Eingangsbereich des Justizzentrums in Gera. Zu einem gelb gestrichenen Haus aus dem 19. Jahrhundert führt eine Treppe mit mehreren Stufen zu einer dunkelbraunen Holztür hinauf. Beiderseits der Tür sind mehrere Schilder an der Hauswand angebracht. Auf einem der Schilder steht: Justizzentrum Gera
Eingangsbereich des Justizzentrums in Gera Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Anwohner half den Opfern

Ein Anwohner hatte beim Angriff rettend eingegriffen und die beiden Opfer im Hof seines Wohnhauses in Sicherheit gebracht. Die Polizei konnte die mutmaßlichen Täter noch in der Nähe des Tatorts vorläufig festnehmen.

In den sozialen Medien wurden angebliche Polizeifotos geteilt, die die Wunden der Opfer zeigten. Für Aufregung sorgte zudem, dass einer der möglichen Täter erst vier Tage später in Haft kam. Die Staatsanwaltschaft sah Fluchtgefahr als Haftgrund, nachdem sich der Jugendliche einer weiteren Polizeikontrolle entzogen hatte. Die Angeklagten stammen aus Syrien und Afghanistan.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Juli 2020 | 07:00 Uhr

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