Landgericht Gera Vorwurf der Vergewaltigung in JVA Hohenleuben: Insasse ändert seine Aussage

Wegen mehrfacher Vergewaltigung und räuberischer Erpressung muss sich ein Strafgefangener der JVA Hohenleuben vor dem Landgericht Gera verantworten. Doch zum Prozessbeginn änderte das mutmaßliche Opfer seine ursprüngliche Aussage.

Im Vergewaltigungsprozess gegen einen Strafgefangenen am Landgericht Gera hat das mutmaßliche Opfer die Anklageschrift nicht bestätigt.

Der 33-Jährige gab zum Prozessauftakt am Montagvormittag zwar an, dass er sich beim Oral- und Analverkehr mit seinem Zellennachbarn nicht wohl gefühlt habe. Schläge und Drohungen habe er entgegen einer früheren Aussage bei der Polizei aber nicht einstecken müssen. Nach seiner Aussage erhoffte er sich durch den Geschlechtsverkehr Schutz vor Mitgefangenen durch den Angeklagten.

Kaffee und Tabak erbeutet

Laut Staatsanwaltschaft soll der 35-jährige Angeklagte sein Opfer vor zwei Jahren im Gefängnis Hohenleuben (Kreis Greiz) über Tage hinweg zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Er muss sich nun wegen mehrfacher Vergewaltigung und räuberischer Erpressung in insgesamt 16 Fällen verantworten.

Zu den Übergriffen soll es jeweils abends nach Einschluss in der gemeinsamen Zelle gekommen sein - über einen Zeitraum von zwei Wochen. Außerdem soll der Angeklagte seinen Mithäftling erpresst und so Kaffee und Tabak erbeutet haben. 

Der Angeklagte wollte zum Prozessauftakt nicht aussagen. Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstage bis Anfang Juli geplant.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Juni 2020 | 11:00 Uhr

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