Raupenplage in Gera Liebschwitz
Tote Raupen in einem Wasserfass in der Geraer Salzstraße Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Insekten im Mastjahr Raupenplage in Gera: Stadt bietet Hilfe an

Viele Anwohner der Geraer Salzstraße kämpfen nach eigenen Angaben seit Wochen gegen eine Raupenplage. Besonders betroffen sind 25 Grundstücke am Mühlenberg, sagte Umwelt-Fachdienstleiter Konrad Nickschick MDR THÜRINGEN. Jetzt bieten ihnen Stadt und Feuerwehr Hilfe an: Sogar Ausweichquartiere.

Raupenplage in Gera Liebschwitz
Tote Raupen in einem Wasserfass in der Geraer Salzstraße Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Wegen der Raupenplage in Gera-Liebschwitz hat die Stadt den betroffenen Anwohnern am Freitag Notunterkünfte angeboten. Angeboten werde die Unterbringung im Schullandheim, im Geraer Internat oder anderen Notunterkünften. Laut Nickschick sei keine Unterbringung in Turnhallen angedacht, sondern in Ein- oder Mehrbettzimmern. Zudem verteilt die Feuerwehr kostenlose Fliegengitter. Seit Wochen kämpfen Anwohner der Salzstraße gegen die bis zu fünf Zentimeter langen Schwammspinner-Raupen, die massenweise auftreten. Die Anwohner sind laut Stadt zum Teil von hunderten Raupen umgeben.

Die Belastung ist so groß, dass wir den Anwohnern ein Angebot machen wollten.

Geras Umwelt-Fachdienstleiter Konrad Nickschick

Oberbürgermeister Julian Vonarb hatte sich am Donnerstag ein Bild von der Lage gemacht und zum runden Tisch am Montag eingeladen, um zu besprechen, wie eine solche Plage künftig verhindert werden kann. Zu dem Treffen sind unter anderem das Forstamt Weida, das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum sowie Ortsteilbürgermeister Christian Hollandmoritz eingeladen.

Raupenplage in Gera Liebschwitz
Die aktuelle Raupenplage in Gera Liebschwitz. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Ende des Befalls ist abzusehen

Laut Umwelt-Fachdienstleiter Konrad Nickschick handelt es sich um ein normales einheimisches Insekt, dass durch den viel zu warmen Winter nicht so abgestorben ist wie sonst. Es handele sich zudem um ein sogenanntes Mastjahr. Den Angaben nach befinden sich die Tiere im 4. Larvenstadium und werden sich danach verpuppen. Nickschick hofft, dass die Plage in zwei bis drei Wochen vorbei ist.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 18:18 Uhr

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5 Kommentare

16.06.2019 00:02 Raupe 5

Manche Insekten vermehren sich überproportional. Andere gar nicht. Vögel gibt es mittlerweile auch zu wenige, um der Raupen Herr zu werden. Ein bisschen mehr den Klimawandel anzweifeln, dann klappt‘s auch mit den Raupen.

15.06.2019 22:54 Stealer 4

@Dorfbewohner: Der Schwammspinner hat ein ganzes Sammelsurium an natürlichen Feinden, insbesondere Laufkäfer und einige Wespen - diese Insekten werden Sie in den gemähten Vorgärten der Wohngebiete allerdings nicht so häufig finden.

Das Insektensterben betrifft logischerweise nicht alle Insekten - die Deutsche Schabe ist auch nicht seltener geworden.

@Fragender Rentner: Die Raupen sind bei Vögeln in der Tat nicht so beliebt. Die Falter aber durchaus, auch bei Fledermäusen. Aber so viele davon wird es dort nicht mehr geben.

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