Soziales Geraer Tafel in Not

Die Zustände in der Geraer Tafel sorgen weiter für Kritik. Giselda Schädlich, Leiterin der Tafel, sagte MDR THÜRINGEN, die Lebensmittel müssten teilweise draußen gelagert werden - im Sommer auch ohne Kühlung - weil in den Räumlichkeiten der Tafel kein Platz ist. Außerdem könnten die Bedürftigen nicht mit warmen Mahlzeiten versorgt werden. Das zuständige Hygieneamt habe der Tafel wegen mangelnder hygienischer Voraussetzungen das Kochen untersagt.

Auch ein Wärmeraum sei nicht vorhanden, so dass die Bedürftigen stundenlang in der Kälte Schlange stehen müssten. Darum würden dringend neue, größere Räumlichkeiten gebraucht, so Schädlich weiter. Gemeinsam mit der Stadt Gera werde nach einem neuen Standort gesucht - bisher erfolglos. Nina Wunderlich (Die Linke), Mitglied des Sozialausschusses der Stadt Gera, sprach von unhaltbaren Zuständen. Wunderlich sagte dem MDR THÜRINGEN JOURNAL, Kälte, Nässe und Matsch seien für Helfer und Bedürftige gleichermaßen unzumutbar. Es sei dringend notwendig, neue Räumlichkeiten für die Tafel zu finden. Wunderlich kündigte an, die Zustände in der Tafel zum Thema im Stadtrat zu machen.

Die Geraer Stadtverwaltung wollte die geschilderten Missstände in der Tafel so nicht bestätigen. Eine Sprecherin sagte MDR THÜRINGEN, die Tafel werde zwei bis drei Mal pro Jahr vom Hygieneamt kontrolliert - zuletzt im Herbst letzten Jahres. Dort sei bisher alles gesetzeskonform eingestuft worden. Trotzdem sei ein Vor-Ort-Termin veranlasst und das Gesundheitsamt informiert worden. Der Geraer Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) habe die Tafel bereits mehrfach besucht und setze sich für eine Verbesserung der Situation des privaten Vereins ein.

Für den 24. August planen Stadt und Tafel ein Benefizkonzert im Hofwiesenpark. Die Karten für das Schlagerfestival sind ab Februar erhältlich. - Die Geraer Tafel versorgt mit 48 ehrenamtlichen Mitarbeitern pro Woche rund 2.000 Erwachsene und etwa 450 Kinder mit Lebensmitteln, Kleidung und anderen lebenswichtigen Dingen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 12. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2019, 09:34 Uhr

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17 Kommentare

13.01.2019 19:40 catarina 17

mir wird es im eigenen land immer mehr angst und bange!

was passiert hier mit unsß sind wird dafür zur wende auf die strasse gegangen? dafür das die da oben weiter in saus und braus auf unsere kosten leben? oder wollten wir zur wende ALLE BESSER LEBEN?

13.01.2019 19:37 Ullrich 16

@Winfried
Der Vergleich mit Tschechien hinkt. Das Problem vieler Tafeln liegt nicht an der Versorgung mit Lebensmitteln sondern ihren Räumlichkeiten. Ich kenne in meinem Umfeld keinen Supermarkt, der nicht an die Tafeln oder ähnliche Organisationen (z.b. Lebensmittel-Retter) seine nicht verkaufsfähigen Waren gibt.

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